Filigrane Muster für einen guten Zweck

Sie hat 40 000 Ostereier bemalt

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Mindestens eine Stunde lang malt Dorothea Leberfinger an einem Osterei.

Obergiesing – Hingabe, Leidenschaft und eine Möglichkeit zur Entspannung: Für den guten Zweck verziert die Giesinger Seniorin Dorothea Leberfinger unermüdlich Eierschalen

Ein Marienkäfer krabbelt auf dem Osterei, eine Häsin hoppelt auf dem nächsten, das dritte leuchtet in Rottönen. Der Osterschmuck, den Dorothea Leberfinger aufwändig malt und gestaltet, ist völlig individuell. „Mir kommen immer wieder neue Ideen, jedes Ei ist einzigartig“, erzählt die 70-Jährige.

Ostern ist für die Giesingerin nicht nur im Frühling – sie malt das ganze Jahr über Ostereier.

Seit 40 Jahren bemalt die Giesingerin Ostereier für die Dult der Lutherkirche. Mehr als 40 000 Eier hat sie in diesem Zeitraum verziert. „Gegessen habe ich die aber nicht alle selbst“, sagt die Kirchenmusikerin – das wäre zu viel. Vielmehr bringen ihr das ganze Jahr über Gemeindemitglieder ausgeblasene Eier vorbei. 

Ostern ist für sie nicht nur im Frühling – sie malt das ganze Jahr über Ostereier, sogar im Advent. „Eigentlich im Winter sogar mehr als in den Sommermonaten – bei schönem Wetter gehe ich lieber raus.“ Das Malen ist für die Musikerin meditativ. „Ich kann dabei wunderbar entspannen.“ Aber auch ein Ausgleich – denn seit Leberfinger vor vielen Jahren von einem Lastwagen angefahren und schwer verletzt wurde, kann sie ein Bein nicht mehr so gut bewegen. 

„Ich bin Radl gefahren und der Lkw hat mir die Vorfahrt genommen“, erzählt sie. Seither kann sie nicht mehr Bergsteigen oder Radlfahren wie zuvor. „Das war eine große Umstellung“, sagt sie. Denn die Berge hat sie geliebt. „Aber man gewöhnt sich daran.“

Jedes einzelne Osterei ist individuell.

Geholfen hat ihr das Basteln. Zwar geht sie immer noch gerne Wandern und Schwammerl sammeln, aber beinahe jeden Tag sitzt sie Zuhause am Tisch und malt mit Hingabe die filigranen Muster und Figuren auf die Eierschalen. Dafür verwendet sie einen Fein-Liner, gefärbtes Wachs und am Schluss Lack – damit die Farben nicht verblassen. 

Eines ist ihr besonders wichtig: „Ich verkaufe den Osterschmuck, um Waisenkinder in Indien zu unterstützen.“ Von dem Erlös eines verkauften Eis kann ein Kind eine Woche lang unterrichtet und verpflegt werden.

Hanni Kinadeter

Am Freitag, 12. April, 10 Uhr, verkauft sie die Eier im Gemeindehaus der Lutherkirche, Weinbauerstraße 9.

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