Alpenplatz: Im Sommer ohne Autos?

Entsteht hier Münchens erste saisonale Fußgängerzone? – Das sagen Anwohner

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Der Alpenplatz könnte die erste Sommerstraße in Obergiesing werden.

Obergiesing – Wird der Alpenplatz die erste „Sommerstraße“ in München – eine Fußgängerzone auf Zeit? Während die einen über Parkplatz-Probleme klagen, freuen sich andere auf Blumen und Spielmöglichkeiten

In Obergiesing findet gerade eine Diskussion statt, die exemplarisch sein könnte: Gerade wurden Anwohner geladen, um zu klären, ob der Alpenplatz eine Sommerstraße, also eine saisonale Fußgängerzone, werden soll.

Gerade wird diskutiert, ob der Alpenplatz die erste „Sommerstraße“ in München werden soll – eine Fußgängerzone auf Zeit.

Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat die Viertel aufgefordert, zu prüfen, wo eine solche Sommerstraße möglich ist. Und in Obergiesing-Fasangarten hatten sich die Anwohner auf der letzten Bürgerversammlung mehrheitlich dafür ausgesprochen, eine Sommer-Fußgängerzone in einem Abschnitt der Edelweißstraße einzurichten.

Sabine Beer.

Für den Alpenplatz würde eine Sommerstraße konkret bedeuten: Ein Straßenabschnitt ist für mehrere Monate für Autos, Lkw, Roller und ähnliches gesperrt. Derweil wird dieser Abschnitt umgestaltet, etwa mit Pflanzen, Bänken oder Spielmöglichkeiten. Zufahrten zu Häusern und Lieferverkehr sollen möglich bleiben, aber die Parkplätze entfallen. Vor allem letzteres sorgt bei einigen für Unmut.

„Wenn hier mal für ein, zwei Tage eine Baustelle ist, ist schon die Hölle los“, sagt etwa ein Ladenbetreiber, der anonym bleiben will. „Hier sind lauter Altbauwohnungen ohne Tiefgarage“, sagt auch Petra Stampfer, eine alteingessesene Giesingerin. „Die Idee ist schön, aber für das Parkproblem braucht man eine Lösung. Mir ist vor allem wichtig, dass hier Blumen gepflanzt werden – das sieht alles so trist aus“, sagt die 63-Jährige.

Martin Hasieber.

„Je weniger Autos, desto besser“, widerspricht Sabine Beer, die gerade mit ihrem Kinderwagen am Alpenplatz entlang fährt. „Je mehr Leben in Giesing, desto besser – außerdem kann man hier abends schön draußen sitzen“, findet die 31-Jährige. Ähnlich sieht es Martin Hasieber, der als freiberuflicher Kommunikationsdesigner sein Büro unweit des Platzes hat. „Von mir aus könnte die ganze Innenstadt autofrei werden, ich selbst fahre überhaupt nicht mehr Auto.“

Seine Büro-Nachbarin Elisabeth Zacherl findet die Idee grundsätzlich gut, aber mit Einschränkungen: „Irgendwie muss man von der Tegernseer Landstraße hierher fahren können. Ich bin – wie viele – auf das Auto angewiesen.“

Katharina Ullrich.

Ähnlich sieht das auch Katharina Ullrich, die beim Italiener an der Ecke arbeitet: „Fürs Geschäft ist es wahrscheinlich gut, aber als Privatperson halte ich nichts davon – ich wohne im Viertel und wenn ich nach 19 Uhr heimkomme, kann ich es vergessen, überhaupt noch einen Parkplatz zu finden.“ Ein ganz ähnliches Fazit zieht auch Torsten Müller von der Sozialen Stadt: „Es gibt viele, die sich dafür ausgesprochen haben, aber zwei Punkte müssen geregelt werden – die Parkplatzsituation und der Lärm. So wünschten sich die Anwohner demnach keine zusätzlichen Freischankflächen, sondern kommerzfreies Angebot für die Giesinger – vom Tauschregal bis zum Fahrradabstellplatz.

„Wir müssen die Ergebnisse der Diskussion jetzt auswerten“, sagt die Bezirksausschuss-Vorsitzende Carmen Dullinger-Oßwald (Grüne). „Es gab so viele unterschiedliche Meinungen, die wir nun bündeln müssen.“Wenn sich der BA dafür ausspricht, wäre es der nächste Schritt, einen Antrag zustellen.

Hanni Kinadeter

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