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Legendärer Club-Standort vorübergehend wieder neu belegt: Im Fokus steht die Live-Musik

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Von: Katrin Hildebrand

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Michael Zacharski (re.) und seine Mistreiter Tom Nemeth (li.) und Patrick Weinmann (Mi.) wollen das Konzept fortsetzen.
Michael Zacharski (re.) und seine Mistreiter Tom Nemeth (li.) und Patrick Weinmann (Mi.) wollen das Konzept fortsetzen. © privat

Das Eckhaus am Haidenauplatz wird bis Mitte Januar für Kulturangebote genutzt. Wie es dazu kam, verraten die Betreiber der Räumlichkeiten...

Haidhausen Am Donnerstag komme das alte Unterfahrt-Pub­likum. Am Freitag spiele meist eine Band. Und der Samstag „ist immer unterschiedlich“. So fasst Michael Zacharski das Konzept der „Ankerhaide“ zusammen. Die Zwischennutzung für kultur­interessierte Nacht­eulen läuft noch bis Mitte Januar am Haidenauplatz. Dann wird das Haus kernsaniert.

Das Haus am Haidenauplatz wird ab Mitte Januar kernsaniert.
Das Haus am Haidenauplatz wird ab Mitte Januar kernsaniert. © Katrin Hildebrand

Die Adresse des Eckbaus ist vielen Münchnern bekannt. An der Kirchenstraße 96 befand sich von 1978 bis 1998 der Jazzclub „Unterfahrt“, der heute an der Einsteinstraße 42 untergebracht ist. Anschließend zog vor Ort der „Club 2“ ein. Sein Konzept: handverlesene schräge und innovative Bands zum Konzert in den Münchner Osten zu holen. Anschließend wurden die Räume rein gastronomisch genutzt. Für die Zeit bis zum Beginn der Sanierung bespielen nun Zacharski und seine Mitstreiter Tom Nemeth, Patrick Weinmann und Maurice Löw das Lokal. Ihre Idee: eine Mischung aus Boazn und Kulturstätte zu erschaffen.

Zwischennutzung am Haidenauplatz: Nutzung für Kultur bis Januar

„Der Eigentümer ist ein Kumpel von uns“, berichtet Zacharski. Der bisherigen Nutzerin, Wirtin eines thailändischem Restaurant, sei die Lage wegen des Umbaus zu unsicher geworden. Kurzzeitig sei im Gespräch gewesen, vorübergehend einen Showroom für Likör einzurichten. „Das aber konnte ich dem Eigentümer ausreden“, lacht Zacharski. Nun liegt der Fokus auf Konzerten und einer Art offenen Bühne für noch unentdeckte Bands und Künstler. Doch auch bekannte Namen treten auf: So etwa ist der Sänger und Schauspieler Ron Williams vor Ort bei Jam Sessions zu erleben – meistens donnerstags.

Die „Ankerhaide“ ist bewusst leger gehalten. „Ich habe vier Jahre an der Reeperbahn gelebt. Ich wollte einen geerdeten Laden, in den man mit Kapuzenpulli hineinlaufen kann.“ Wenn der Kurzzeit-Club Anfang 2023 ausziehen muss, ist eine Fortsetzung anderswo nicht ausgeschlossen. „Wir arbeiten dran. Es könnte Richtung Giesing gehen.“

Der Club ist donnerstags von 18 bis 24 Uhr, freitags von 18 bis 2 Uhr, samstags von 17 bis 2 Uhr geöffnet.

So geht es mit dem Zwischennutzungs-Gebäude weiter

Das Eckgebäude an der Kirchenstraße 96 soll umgebaut, aufgestockt und kernsaniert werden. Wegen seiner charakteristischen Lage am Haidenauplatz interessierte sich sogar die Kommission für Stadtplanung dafür. Eigentümer Bastian Heidecker erklärt gegenüber Hallo: „Es muss dringend etwas gemacht werden, da das Gebäude inzwischen schwer baufällig und energetisch nicht mehr auf dem neusten Stand ist.“

Einen Abriss wollte der Bauherr aus ökologischen Gründen vermeiden. „Es ist besser Substanz zu erhalten anstatt neu zu bauen.“ Für unten ist wieder Gastronomie angedacht. Eventuell könnte in das Konzept auch ein alter, derzeit ungenutzter Gewölbekeller einbezogen werden – etwa für eine Weinbar. In die oberen Geschosse sollen wieder Mieter einziehen. Die Bauarbeiten starten im ersten Quartal 2023 und dauern mindestens ein Jahr. 

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