„Die Ehre hat er nicht verdient“

NS-Vergangenheit: Herbert-Quandt-Straße soll umbenannt werden - Welche Münchner Straße noch im Visier ist

Wird die Herbert-Quandt-Straße beim Friedhof am Perlacher Forst bald umbenannt?
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Wird die Herbert-Quandt-Straße beim Friedhof am Perlacher Forst bald umbenannt?

Der BA Obergiesing-Fasangarten hat nun einen Antrag auf Namensänderung der Herbert-Quandt-Straße gestellt. Eine weitere Münchner Straße soll geändert werden.

München-OST - Das Straßennamen-Buch listet ihn als Unternehmer und BMW-Aufsichtsratsvorsitzenden. Doch Herbert Quandt, verstorben 1982, war auch NSDAP-Mitglied.

In den Quandt-Werken schufteten Zwangsarbeiter. Der Münchner Historiker Ewgenij Repnikov, Experte für das einstige KZ-Außenlager Allach, sagt: „Quandt wäre als Kriegsverbrecher in Nürnberg angeklagt worden, aber seine Unterlagen lagen wohl nicht vor.“

Schon 2015 bat Repnikov den OB in einem Brief, die Herbert-Quandt-Straße beim Friedhof am Perlacher Forst umzubenennen.

Auch die Bonselsstraße in Bogenhausen steht unter Kritik

Sechs Jahre später hat jetzt der BA Obergiesing-Fasangarten einen Antrag auf Namensänderung verabschiedet. Die Vorsitzende Carmen Dullinger-Oßwald (Grüne) sagt: „Die Ehrung, wenn man eine Straße mit seinem Namen bekommt, ist eine der höchsten Auszeichnungen, die unsere Stadt vergeben kann. Hat Herbert Quandt diese Ehrung verdient? Nein.“

Historiker Repnikov schlägt NS-Widerstandskämpferin Maria Kuzkina vor. Sie lebte in einem Zwangsarbeiterlager nahe der heutigen Quandt-Straße.

Unter Kritik steht auch die Bogenhauser Bonselsstraße. Biene-Maja-Erfinder Waldemar Bonsels verfasste zur NS-Zeit antisemitische Artikel. Die Münchner Bonsels-Stiftung wollte dazu nicht Stellung nehmen.

hil

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