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Gerangel ums Maxwerk in den Münchner Maximiliansanlagen ‒ Viele neue Ideen und eine ungewisse Zukunft

Im Stil eines Barockschlösschens errichtet: das Maxwerk in den Maximiliansanlagen.
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Im Stil eines Barockschlösschens errichtet: das Maxwerk in den Maximiliansanlagen.

Das Maxwerk als Landtags-Außenstelle und Café? Die Stadtwerke München, Lokalpolitik und Bürger haben grundverschiedene Ideen und Pläne für den denkmalgeschützten Bau.

  • Was wird aus dem Maxwerk in den Münchner Maximiliansanlagen?
  • Der Bayerische Landtag plant eine Außenstelle und ein Café.
  • Die Stadtwerke München, Lokalpolitik und Bürger haben andere Pläne.

Der Landtag ist bereit. Die Stadtwerke München (SWM) hätten auch nichts dagegen. Doch konkret sind die Pläne für das Maxwerk noch nicht.

Ob das bayerische Parlament in dem denkmalgeschützten Bau in den Maximiliansanlagen eine kleine Außenstelle errichten könnte, soll eine Machbarkeitsstudie zeigen. Sobald das Ergebnis vorliegt, gehen die Verhandlungen in die nächste Runde – laut Landtag sollen auch der BA Au-Haidhausen und weitere Stellen einbezogen werden.

Anwohner und den BA treibt das Thema schon lange um. Gegen den alten Plan der Augustiner Brauerei, in dem kleinen Wasserkraftwerk einen Biergarten aufzumachen, liefen Stadtteilpolitiker Sturm.

Die Idee des Landtags, im ungenutzten Teil des Baus Besprechungsräume und ein Minicafé einzurichten, kommt besser an – etwa beim Denkmalschutzbeauftragten des BA Nikolaus Haeusgen (CSU): „Ein kleines Café mit sozialem Bewusstsein kann ich mir an dieser besonderen Stelle vorstellen. Gerne ein Inklusionscafé, aber ohne Alkoholausschank, Take-away-Angebote und nächtliche Events.“

Das Maxwerk liegt im Landschaftsschutzgebiet, Schmutz und Lärm gelte es zu vermeiden. Auch wünscht sich Haeusgen, dass die Silhouette des denkmalgeschützten Gebäudes, das im Stil eines Barockschlösschens errichtet wurde, keinesfalls beeinträchtigt wird – etwa durch Markisen, Heizpilze oder Reklameschilder.

Landtag, Stadtwerke München, Lokalpolitik und Bürger haben grundverschiedene Ideen fürs Maxwerk

Der Landtag will das Maxwerk darüber hinaus zur Energieversorgung des Maximilianeums einsetzen, „mit dem lokalen Ökostrom vor der eigenen Haustür“, so eine Sprecherin. Außerdem könne sich das Parlament „Empfangsräume für Gäste bzw. Besprechungsräume für die Abgeordneten vorstellen ebenso wie ein kleines Café für die Öffentlichkeit“.

Eine öffentliche Nutzung wäre auch Haeusgen wichtig. „Bitte kein abgeriegeltes Gebiet, das nur für Honoratioren und Parlamentarier zugänglich ist. Auch sollten dort keine Autos fahren oder parken, der Zugang auch für Abgeordnete und Gäste müsste in erster Linie zu Fuß erfolgen. Das Gebäude soll für alle da sein, aber sehr behutsam genutzt werden.“

Das Maxwerk sei 1895 auch für die Energieversorgung des Maximilianeums geschaffen worden, begründet der Landtag seine Pläne für den Bau.

Laut SWM ist das falsch: „Das Maxwerk lieferte Strom für die Münchner Straßenbahn, die ab 1895 elektrisch fuhr“, erklärt Sprecherin Doris Betzl gegenüber Hallo. Eine exklusive Stromversorgung des Landtags durch das Wasserkraftwerk sei technisch allerdings möglich.

Gerangel um die neue Nutzung des Maxwerk in München

Eindeutig gegen eine Nutzung der Anlagen durch das Parlament spricht sich das Münchner Forum aus. In einem Brief an Landtagspräsidentin Ilse Aigner heißt es: „Die Stadtwerke München und die Landeshauptstadt München sind durch die fortbestehenden vertraglichen Bindungen rechtswirksam in ihrer Nutzungsmöglichkeit des Maxwerks beschränkt, das vertragsgemäß ausschließlich für die Zwecke der Wasserkraftnutzung genutzt werden darf.“

Dabei verweist das Forum auf eine Akte von 1894, die den Verkauf des Werks an die Stadt rechtlich regelte.

Bei der Bürgerversammlung vor einigen Wochen äußerten sich die Anwohner von Au-Haidhausen widersprüchlich zum Thema. Einerseits stimmten sie für einen Antrag, der eine Nutzung des Maxwerks durch den Landtag kritisierte. Andererseits sprachen sie sich für ein öffentliches Café aus, sollte das Parlament dort eine Zweigstelle eröffnen.

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