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Nach fast 100 Jahren gibt Baumarkt und Spezialist für Hausratswaren in Bogenhausen auf

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Von: Katrin Hildebrand

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Das Traditionsgeschäft „Mächtlinger“ macht zu.
Das Traditionsgeschäft „Mächtlinger“ macht zu. © Katrin Hildebrand

Mitte des Jahres endet eine 100-jährige Erfolgsstory: Der „Mächtlinger“ muss das Geschäft aufgeben. Was mit dem Grundstück geplant ist, erzählt Inhaber Max Josef.

BOGENHAUSEN Im Münchner Osten ist „Der Mächtlinger“ eine Institution. Von außen sieht das Geschäft an der Denninger Ostpreußenstraße 30 eher klein aus. Innen aber reihen sich tausende Hauhaltsartikel aneinander, außerdem hunderttausende Schrauben, Nägel, Muttern und Dübel sowie weitere typische Produkte aus dem Sortiment eines Baumarkts.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Damit aber ist Mitte des Jahres Schluss. Die Inhaber Max Josef und Renate Mächtlinger geben das Geschäft auf – und beenden somit eine 100-jährige Ladengeschichte in Familientradition.

Max Josef Mächtlinger und seine Frau geben das Geschäft auf.
Max Josef Mächtlinger und seine Frau geben das Geschäft auf. © Katrin Hildebrand

„Mächtlinger“ macht zu: Übernahme für Mitarbeiter zu teuer

„Es tut mir leid für meine Mitarbeiter, ich musste sogar schon weinen“, sagt der Chef. In den vergangenen drei Jahren hätten seine Frau und er hin und her überlegt, was sie mit dem Geschäft machen sollen. Die beiden Töchter wollten nicht übernehmen, sie arbeiten in völlig anderen Berufen. Die Mitarbeiter konnten nicht übernehmen – es wäre zu teuer geworden. Mittlerweile ist Mächtlinger 77 Jahre alt, seine Gattin 71. „Wir können einfach nicht mehr“, seufzt er.

Sechs Angestellte arbeiten derzeit im Geschäft. Einer von ihnen ist Martin Heinrichs. Seit neun Jahren ist er bei „Mächtlinger“. Den Laden kennt er aber schon seit seiner Kindheit. Dass er einmal dort tätig sein würde, ahnte er damals noch nicht. „Es war ein reiner Zufall, dass ich hier angefangen habe.“ Ein kaputter Wasserhahn im Garten gab den Ausschlag.

Mitarbeiter Martin Heinrichs kennt den „Mächtlinger“ seit seiner Kindheit.
Mitarbeiter Martin Heinrichs kennt den „Mächtlinger“ seit seiner Kindheit. © Katrin Hildebrand

Auch das Münchner Traditionsunternehmen Kaut-Bullinger hat seine Filiale in der Rosenstraße geschlossen.

„Mächtlinger“ macht zu: Ausverkauf bis Mitte des Jahres

„Ich konnte ihn nicht reparieren, also wollte ich im Laden einen neuen kaufen.“ Beim Hineingehen sah er ein Schild an der Tür: „Mitarbeiterin gesucht“. „Das wär’ doch was für mich, dachte ich“, erzählt Heinrichs. Er fragte die Inhaber, ob sie denn auch einen „Mitarbeiter“ nehmen würden. Kurz darauf durfte er probearbeiten – und wurde Mitglied im Team.

Spätestens ab Mitte des Jahres muss er sich etwas Neues suchen. Auch wieder im Einzelhandel, sagt er. Bis zum Sommer läuft im Geschäft ein großer Ausverkauf. Alles, was bis dahin nicht weg ist, muss entsorgt werden. Die Ladenfläche will Max Josef Mächtlinger vermieten. „Ein paar Interessenten gab es schon, aber vor 2023 wird das nichts.“

Die Geschichte des Familienbetriebs

Gegründet wurde die Firma im Jahr 1922. Damals betrieben Anna und Josef Mächtlinger, die Großeltern des aktuellen Inhabers, den Laden an drei Standorten: in Schwabing, Steinhausen und Denning. Hauptsächlich verkauften sie Produkte wie Waschmaschinen und Kochöfen, damals als Weißware bekannt, sowie Kraft- und Fahrräder. Für Letztere gab es sogar eine Werkstätte.

Ab 1937 gab es nur noch einen „Mächtlinger“ in der Ostpreußenstraße am heutigen Standort. 1968 wurde das Geschäft von der nächsten Generation, Josef und Katharina, übernommen. Unter ihnen gewann der Verkauf von Haushalts- und Eisenwaren an Bedeutung. Der jetzige Inhaber Max Josef Mächtlinger verwandelte den Laden ab 1980 zu einem Fachmarkt für alle Bereiche in Haus und Heim.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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