Angst um die Kinos

Sorge um das „Cincinnati“ - Zukunft des Kultkinos durch Corona in Gefahr

Das „Cincinnati“ wurde im amerikanischen Stil erbaut.
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Das „Cincinnati“ wurde im amerikanischen Stil erbaut.

Das Cincinnati ist durch Corona in Gefahr: Wegen den Abstandsregeln können nicht alle Plätze besetzt werden. Staatliche Unterstützung hilft nur bedingt.

  • Kultkino in München in Gefahr
  • Cincinnati leidet unter den Corona Bestimmungen
  • Staatliche Unterstützung hilft nur bedingt

Dem Gebäude selbst kann so schnell nichts passieren. Es steht unter Denkmalschutz. Als Kino aber ist das „Cincinnati“ bedroht. Chefin Susanne Schmid, die auch das „Neue Rottmann“ in der Maxvorstadt und das „Neue Rex“ in Laim betreibt, weiß nicht, wie lang sie noch durchhält. Schuld ist die Pandemie.

Susanne Schmid macht sich Sorgen um die Zukunft des Cincinattis.

„Wir verdienen unser Geld pro Kino mit fünf bis sechs Filmen im Jahr“, sagt sie. Damit könne sie normalerweise die Grundkosten decken. „Blockbuster und Familienfilme laufen im ,Cincinnati‘ am besten. Mit ihnen müssen wir den Saal dann aber auch vollkriegen.“ Aktuell sei das wegen der Abstandsregeln nicht möglich.

Das Lichtspielhaus, 1954 für die alte US-Siedlung als Theater errichtet, bietet normalerweise 393 Plätze, unter Covid-Umständen nur 130. Vom Ticketverkauf könne das Kino so langfristig nicht überleben, sagt Schmid. Zwar gebe es neben den Pandemiehilfen vom Freistaat auch Gelder vom Bund. „Der zahlt auf die Anzahl der verkauften Tickets einen Aufschlag.“

Corona Pandemie setzt Kinos zu: Sorge ums Cincinatti

Das sei lieb gemeint, aber: „Wir müssen davon auch dem jeweiligen Verleih etwas abgeben.“ Das Problem: Es koste eine ganze Woche, die einzelnen Verleihabgaben auszurechnen. „Für uns ist das leider nicht praktikabel.“ Nun hofft Schmid auf neue Staatshilfen oder die Gleichsetzung mit der Gastronomie. „Sonst gibt es uns vielleicht nur noch ein Jahr.“

Laut Kinoverband HDF ging der Umsatz an den Kinokassen 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 67 Prozent zurück. Insolvenzen habe es wegen der Hilfen jedoch kaum gegeben.

Kathrin Hildebrand

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