Angst um ein Denkmal

Klinikum „Rechts der Isar“ will historisches Rückgebäude abreißen ‒ BA geschockt über Pläne

Die Trogerstraße in München.
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Das Klinikum „Rechts der Isar“ will ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Trogerstraße abreißen.
  • VonKatrin Hildebrand
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Das Klinikum „Rechts der Isar“ will ein denkmalgeschütztes Gebäude abreißen. Der BA ist alarmiert und geschockt über den Abrissplan des Altbaus an der Trogerstraße in München.

Der jüngste Antrag zum Thema hat sich erledigt. Zum großen Frust im BA. Denn nun steht fest: Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) hat die Erlaubnis zum Abriss gegeben. Das bis dato geschützte, spätklassizistische Rückgebäude Trogerstraße 12 hinter dem „Klinikum Rechts der Isar“ darf dem Erdboden gleichgemacht werden.

Auf CSU-Initiative hatte der BA Au-Haidhausen kürzlich die Stadt aufgefordert, den Abriss durch das Klinikum zu verhindern. Als der Denkmalschutzbeauftrage des BA, Nikolaus Haeusgen, von der jetzigen Genehmigung erfuhr, sagte er: „Hier sieht man, welchen Stellenwert Denkmalschutz hat, wenn die öffentliche Hand Bauherrin ist. Es ist eine Schande. Jedes zerstörte Denkmal ist unwiederbringlich verloren.“

Nikolaus Haeusgen, Denkmalschutzbeauftrager des BA Au-Haidhausen.

Schon 2018 stand im Raum, einige der aus dem späten 19. Jahrhundert stammenden Vorstadthäuser in der Trogerstraße, die im Osten des Klinikgeländes liegt, geplanten Neubauten zu opfern. Doch das „Rechts der Isar“ zog seine Pläne damals zurück, sprach laut Haeusgen dann von Sanierung.

Diese Pläne gibt es noch. Das erfuhr Hallo auf Anfrage beim Krankenhaus. So will dieses die denkmalgeschützten Bauten Trogerstraße 12, 14 und 16 erhalten und grundüberholen. Ähnliches hatte es auch mit dem Rückgebäude der Nummer 12 vor. Dieses aber weise marode Bausubstanz auf. Das wurde wohl erst nach 2018 festgestellt.

Das BLfD erklärte auf Hallo-Anfrage, dass durch Umbauten in den Jahren 1991 und 2005 „die Denkmalwerte im Rückgebäude nur mehr in einer geringeren Dichte“ vorhanden seien.

Das Rückgebäude der Trogerstraße 12 von innen. Es wurde um 1885 errichtet.

Der Abriss sei nun für Anfang 2022 geplant. Mit dem Neubau eines Forschungszentrums für Multiple Sklerose, das in der Öffentlichkeit mehrfach in Verbindung damit gebracht worden sei, habe er aber nichts zu tun, so eine Klinik-Sprecherin. Das MS-Zentrum solle östlich der Trogerstraße 14 und 16 entstehen.

Haeusgen hat nun mit dem neuen Ärztlichen Direktor des „Rechts der Isar“, Martin Siess, telefoniert: „Er kündigte für die Zukunft eine proaktive Kommunikation mit dem BA an. Ich habe die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, dass das Rückgebäude vielleicht doch in letzter Minute gerettet werden kann.“

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