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Palliativstation Klinikum Harlaching soll wachsen ‒ Was neben Terrasse und Einzelzimmern noch geplant ist

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Von: Katrin Hildebrand

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Dr. Hans Pohlmann ist in Harlaching Oberarzt für Palliativmedizin der München Klinik Harlaching.
Dr. Hans Pohlmann, in Harlaching Oberarzt für Palliativmedizin der München Klinik Harlaching, hat neue Pläne für Station. © Klinikum Harlaching

Die Palliativstation an der München Klinik Harlaching wird ausgebaut. Dr. Hans Pohlmann, Oberarzt für Palliativmedizin, erklärt, weshalb seine Station wachsen soll.

Ausschließlich Einzelzimmer wird es geben. Alles soll wohnlich eingerichtet sein. Und eine riesige Terrasse ersetzt den bisherigen Balkon. Die neue Palliativstation der München Klinik Harlaching wird deutlich größer sein als die alte.

Der Bezug ist für Ende 2024 angedacht. Bis dahin aber muss der Förderverein noch einiges an Geldern akquirieren. Denn eine Station, auf der Sterbende bestmöglich behandelt werden, benötigt eine besondere Ausstattung.

„Um die 400 000 Euro brauchen wir bestimmt für eine schöne wohnliche Einrichtung“, erklärt Pohlmann. Seit 2009 ist er Oberarzt an der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin in Harlaching.

Neue Palliativstation fürs Klinikum Harlaching: Größer und wohnlicher

Im Gegensatz zu anderen Abteilungen soll der Palliativbereich nicht wie ein Krankenhaus aussehen, sondern freundlich und gemütlich – sogar das Geschirr hatte bisher eine individuelle Note. Außerdem wird sich die Station im Vergleich zu jetzt vergrößern. „Wir gehen von zehn auf 18 Betten hoch.“ Aktuell gibt es noch ein Doppelzimmer. Im Klinikneubau können dann alle Patienten in Einzelzimmern unterkommen.

Das Krankenhaus selbst kann nur die Standardausstattung finanziell tragen. „Alles, was darüber hinausgeht, das Individuelle, Wohnliche – dazu gehört unter anderem dimmbares Licht –, muss der Förderverein organisieren, über Firmenspenden und ähnliches“, sagt Pohlmann. Die bisherigen, schon in die Jahre gekommenen Möbel könnten sie leider nicht mitnehmen. Da müssten neue her.

Zukünftige Neuerungen: aufklappbare Badewanne, Angehörigenzimmer und Außenterrasse

Auch eine an einer Seite aufklappbare Badewanne soll es in Zukunft geben, eventuell sogar mit Lift, um Kranke hin­einzuheben; daneben ein Angehörigenzimmer, falls jemand vor Ort übernachten möchte, sowie eine 300 Quadratmeter große Außenterrasse, auf die auch Betten geschoben werden können.

Letztere soll liebevoll gestaltet werden. „Sonnenunterstände oder -segel, Blumen und Pflanzen“, wünscht sich Pohlmann. Aktuell verfügt seine Abteilung über einen Balkon. „Er ist sehr schön und wird rege genutzt“, erklärt der Oberarzt. „Manche Patienten sind dort auch gestorben.“

Palliativstation in Schwabing wird es nicht mehr geben

Dass die zukünftige Harlachinger Station anwächst, bedeutet jedoch auch, dass die Palliativ-Abteilung in Schwabing aufgelöst wird. Beide Häuser nämlich gehören zur städtischen München Klinik. Diese befindet sich in einem Wandlungsprozess und will an ihren einzelnen Standorten unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Geschichte der Palliativmedizin in München

Der Christophorus-Hospiz-Verein entstand 1985 in München, um den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer zu verändern. Er war deutschlandweit die erste derartige Initiative und orientierte sich am Londoner St Chris­topher’s Hospice, das 1967 eröffnet worden war.

Die erste Palliativstation an einer bayerischen Klinik wurde 1991 im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Nymphenburg eingerichtet. Dort befindet sich die größte derartige Abteilung der Stadt. Weitere gibt es an den Kliniken Großhadern, rechts der Isar sowie im Johannes-Hospiz Nymphenburg und im Christophorus-Hospiz Bogenhausen.

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