Alarm-Signal des Cincinnati

Lockdown und kein Ende: Münchner Kinos wollen Zeichen setzen

Statt Filme zu zeigen, verkauft Susanne Schmidt in ihren Kinos nur Popcorn und Gutscheine.
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Statt Filme zu zeigen, verkauft Susanne Schmidt in ihren Kinos nur Popcorn und Gutscheine.
  • Marie-Julie Hlawica
    vonMarie-Julie Hlawica
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Kinos bleiben geschlossen. Die Betreiber kämpfen ums Überleben, denn Popcornverkauf alleine kann niemanden retten. Mit einer Lichteraktion soll jetzt auf die Situation aufmerksam gemacht werden.

Es steht nicht gut um eines der letzten Münchner Kult-Kinos, das „Cincinnati“ im Fasangarten: Keine Vorstellungen, keine Einnahmen. Der Saal in dem sonst täglich rund 400 Zuschauer Filmhits auf der großen Leinwand genießen, bleibt seit Monaten dunkel und leer. Jetzt macht Chefin Susanne Schmidt auf die schwierige Lage mit der „Kino leuchtet“-Lichtaktion der AG Kino Gilde aufmerksam: „Langsam geht uns die Luft aus. Deshalb wollen wir uns zeigen!“

Der Popcorn- und Gutscheinverkauf, den sie in der Not im ersten Lockdown ins Leben gerufen hat, holt kein Kino aus der Misere, sagt die Cineastin: „Ich schätze unser Minus vorsichtig. Sieben Monate Lockdown insgesamt heißt: 30 Wochen mit etwa 20 geplanten Filmen fielen aus. Hochgerechnet sind das 550 Vorstellungen und im letzten Jahr 70 Prozent Besucherrückgang.“ Ein Ende der vorstellungsfreien Zeit ist auch nicht in Sicht.

Kinos im Lockdown: Lichteraktion soll auf kritische Situation aufmerksam machen

Damit es statt Kinogenuss wenigstens einen Lichtblick gibt, erstrahlt nun das Cincinnati am Sonntag, 28. Februar, in der sonst so zappendusteren Kino-Zeit in hellem Glanz. „Da wird das Gebäude von 18 bis 20 Uhr von außen besonders beleuchtet sein, um auf die Situation der Kinos im Lockdown aufmerksam zu machen.“

Susanne Schmidt spart, wo es geht: „Die Heizung ist aus, alle Sicherungen raus.“ Wie lange sie ihre Kinos, das Cincinnati und das „Neue Rex“ in Laim halten kann? „Ich weiß nicht. Und ich denk auch nicht gern drüber nach.“  

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