Prozesstermin am Montag

Für Gartenstadt vor Gericht –Harlachinger Anwohner klagen gegen Neubau am Schmorrellplatz 

Diese Bäume an der Harthauser Straße sind von der 40 Meter langen und 12,60 Meter hohen Riegelfassade bedroht. 
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Diese Bäume an der Harthauser Straße sind von der 40 Meter langen und 12,60 Meter hohen Riegelfassade bedroht. 

Vielleicht ein letzter Versuch einen Neubau  am Schmorellplatz zu verhindern. Die Villa soll abgerissen und durch einen „Edelneubau“ ersetzt werden.

  • Anwohner in Harlaching klagen gegen Neubau.
  • Am Schmorellplatz soll ein "Edelneubau" entstehen.
  • Bürger wollen die Bäume schützen.

Gartenstadt Harlaching? „Von wegen, mit so einem Neubau ist es eher Klein-Manhattan“, sagt Sabine K. (Name geändert) sichtlich verärgert. Sie und Nachbarinnen sitzen auf dem Balkon im Anwesen der Harthauser Straße 85. Am kommenden Montag, 13. Juli, ziehen sie vors Bayerische Verwaltungsgericht. 

Vielleicht ein letzter Versuch einen Neubau auf dem direkt anliegenden Grundstück, am Schmorellplatz 8, zu verhindern. Die Villa soll abgerissen und durch einen „Edelneubau“ ersetzt werden: sechs Wohnungen, ein Penthouse, vier Geschosse, höher als jede andere Immobilie im Karree und mit einer Riegelfassade – 40 Meter lang, knapp 13 Meter hoch. Die Mauer soll direkt an die Südseite des Anwesens in der Harthauser Straße angrenzen. 

 Harlachinger Anwohner klagen gegen Neubau am Schmorrellplatz 

„Damit wird uns jedes Licht genommen“, sagt K. „Und die 100 Jahre alten Bäume sind stark bis mäßig stark gefährdet“, ergänzt die Nachbarin. Ein Baumgutachten empfiehlt, den Neubau um zwei Meter gen Süden zu verschieben, um die Bäume zu schützen. 

Doch das dürfte den Bauherrn nicht beeindrucken. Die Stadt hatte 2014 seine Bauvoranfrage abgelehnt. Er hat geklagt und gewonnen. Sogar ein zweites Mal, als die Stadt Berufung gegen das Urteil einlegte. Nun versuchen es die Nachbarn selbst. Am 6. Juli, als sich das Gericht vor Ort ein Bild machte, unterstützten rund 20 Harlachinger mit einer Protestaktion die Anwohner. 

Mit dabei: Andreas Babor (CSU), der im BA 18 sowie im Stadtrat sitzt. Auch die Lokalpolitiker wollen nicht aufgeben. „Gerade arbeiten wir an einem parteiübergreifenden Antrag, den wir Ende Juli im BA einbringen wollen“, sagt Babor

Bis ein Urteil dazu gefällt wird – das kann zumindest der Erfahrung der Anwohner nach dauern. „Auf die letzten Urteile haben wir Monate gewartet“, sagt K. Sie hofft darauf, dass das zunehmende Bewusstsein für ökologische Aspekte sie vor dem Neubau schützen könnte.

Auch, weil die Einfahrt zur Tiefgarage des geplanten Neubaus nah an der Terrasse vorbeiführen würde. „Dann haben wir dort Tag und Nach schädliche Emissionen und Feinstaub“, sagt die Anwohnerin.

hki

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