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Illegaler Kahlschlag in Harlaching?

Baurecht statt Baumrecht: Fällt dieses Biotop einem Neubau zum Opfer?

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Mit schweren Baggern entfernt die Baufirma Gestrüpp und Sträucher für den Neubau.

Harlaching – „Hier wird gesetzeswidrig ein Biotop zerstört“: Mehr als 80 Bäume werden in der Naupliastraße gefällt – 38 davon stehen auch noch unter Baumschutz – Hallo hat nachgehakt

Schon wieder rücken schwere Maschinen in der Gartenstadt Harlaching an – zum Leidwesen der Natur und der Anwohner. Die verlassenen Häuser in der Naupliastraße 108 und 108a werden bald abgerissen. Stattdessen soll dort ein mehrstöckiges Gebäude entstehen, das neben einer großen Tiefgarage unter anderem auch einem Drogeriemarkt Platz bieten soll.

Die Krux: Im Innenbereich des Blocks Nauplia-, Terhalle- und Griechenstraße befindet sich das größte Feldgehölzbiotop von Neuharlaching. Dieses Gebiet fällt laut aktueller Bauplanung einem Rückgebäude sowie einem Neubau auf Seite der Griechenstraße zum Opfer. 

Andreas Dorsch von der Bürgerinitiative (BI) Gartenstadt Harlaching, möchte mit einer Petition gegen die Rodung vorgehen.

Andreas Dorsch von der Bürgerinitiative (BI) Gartenstadt Harlaching hält die Abholzung des etwa 3200 Quadratmeter großem Gebiets jedoch für gesetzeswidrig und will sogar eine Petition zum Schutz der Bäume starten.

Bürgerinitiative startet demnächst eine Petition

Laut Dorsch wurde vor wenigen Jahren nämlich ein nahezu identisches Bauvorhaben abgelehnt, weil die Grünfläche erhalten bleiben sollte – und zwar von der Lokalbaukomission und vom Gericht, vor das der betroffene Anwohner gezogen war. Keine 300 Meter weiter wurde jetzt aber eine Hinterliegerbebauung genehmigt, also eine Bebauung hinter der Häuserzeile. „Die faktische Baulinie wird hier maßgeblich und ohne Begründung überschritten“, meint Dorsch.

Fällt das Feldgehölzbiotop der schleichenden Nachverdichtung im Viertel zum Opfer?

Während die BI und andere verärgerte Anwohner dies als Willkür der Lokalbaukomission (LBK) empfinden, argumentiert diese indes, dass es zwischen den Grün­flächen signifikante Unterschiede gebe. Demnach ist das Wäldchen im Innenbereich der Nauplia­straße durch eine Reihe Bebauungen ohnehin schon so gestört, dass weitere Rückgebäude genehmigt werden konnten – im Gegensatz zu dem damals abgelehnten Bauantrag, der eine nahezu ungestörte und auch größere Grünfläche massiv beschädigt hätte.

Während die Gesetzesauslegung hier also für gegensätzliche Meinungen sorgt, ist eines klar: Der Leidtragende bleibt die Natur. Die BI ärgert sich vor allem, dass hier kurz nach dem großen Bürgerbegehren „Rettet die Bienen“ – mit dem Aufruf, auf Biodiversität und Artenvielfalt zu achten – innerhalb weniger Tage über 80 Bäume gefällt werden. Und 38 davon mussten auch noch aufgrund der Baumschutzverordnung gesondert freigegeben werden.

Zusätzlich muss der Baubeauftragte vor Baubeginn eine sogenannte Baumhöhlenuntersuchung durchführen, um mögliche Nist- oder Brutplätze nicht zu zerstören. 

Für eine Auskunft dazu hat sich die Baufirma bis Redaktionsschluss nicht geäußert. „Gegen die Zerstörung können wir jetzt sowieso nichts mehr machen“, erklärt Dorsch resigniert. „Doch wir wollen die Behörden zu einer Reaktion zwingen.“ So will die Bürgerinitiative auch in Zukunft weiter gegen die schleichende Nachverdichtung Harlachings vorgehen.

Tim Uhlendorf

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