„Das ist stark, was sie macht“

Hans-Mielich-Platz: Tochter des Bierbarons installiert Kunstwerk

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Barbara Süßmeier stellt ab Freitag, 26. April, eines ihrer Kunstwerke am Hans-Mielich-Platz aus.

Früher war er Wiesnwirt, heute feiert er das Wirken seiner Tochter: Richard Süßmeier ist begeister von der Pyramide, die seine Tochter Barbara gerade am Hans-Mielich-Platz baut. Was dahintersteckt...

Untergiesing – Eigentlich hat er es nicht so mit der Kunst. „Ich bin höchstens ein Lebenskünstler“, sagt Richard Süßmeier, Bierbaron und ehemaliger Wiesnwirt. Aber er selbst hat „keinen Zugang zur angewandten Kunst“, wie er betont.

Doch die Kunst seiner Tochter liebt er. „Das ist stark, was sie macht“, lobt der 88-Jährige. „Sie verarbeitet ihre Erlebnisse in der Malerei, ihre Bilder sind eigentlich ein Tagebuch.“

Wenn Barbara Süßmeier, eines von zwei Kindern des Wirte-Napoleons, am Freitag, 26. April, um 16.30 Uhr ihr Kunstwerk am Hans-Mielich-Platz enthüllt, dann hält Richard Süßmeier die Laudatio.

Richard Süßmeier, Bierbaron und ehemaliger Wiesnwirt.

„So etwas macht er ja immer gerne“, sagt die Tochter. Kurz vor der Enthüllung am Hans-Mielich-Platz – eine Kunstplattform, die Melly Kieweg seit Jahren mit ihrer Bürgerinitiative organisiert – ist das Kunstwerk noch nicht ganz fertig. „Ich muss es erst mal noch probehalber aufbauen“, sagt die 55-Jährige. Und: „Gut, dass ich einen handwerklich begabten Mann habe, sonst würde das nicht hinhauen.“ Denn sie hat etwas Aufwendiges für den Sockel in Untergiesing geplant: Eine große Pyramide, die auf einer Platte über dem Sockel angebracht wird und gedreht werden kann.

Dafür hat sie USB- und Verbundplatten zusammengeschraubt, das Ganze grundiert, bemalt und lackiert, mit Auto- und Bootslack hat Süßmeier das Werk versiegelt. Gut zwei Meter hoch ist das Kunstwerk, bis Juli soll es in Untergiesing bleiben.

„Ich kann mir auch vorstellen, es danach zu spenden, wenn etwa irgendeine Einrichtung Interesse hat“, sagt Süßmeier. Zuhause hat sie dafür nämlich keinen Platz. Weil ihr Werk auf einem öffentlichen Platz ausgestellt ist, soll es auch eine sozialkritische Botschaft enthalten. Welche, das will Süßmeier noch nicht verraten.

Seit sie sich erinnern kann, malt Süßmeier. „Am liebsten würde ich den ganzen Tag vor der Staffelei stehen“, sagt Süßmeier, deren eigentlicher Beruf die Buchhaltung ist. Aber wie so oft ist ihr in den vergangenen Jahren immer etwas dazwischengekommen – mit Vollzeitberuf und drei Kindern. Das will sie künftig ändern und ihre Stunden als Buchhalterin reduzieren.

„Meine Tochter ist klug genug, dass sie erst ihr zweites Standbein ausbaut, bevor sie nur noch Kunst macht“, sagt ihr Vater, der ehemalige Wirtesprecher. „Ich freue mich auf jedes Bild. Es hat ja schon Goethe gesagt, dass man jeden Tag in einem klugen Buch lesen, ein schönes Bild anschauen und ein paar sinnvolle Sätze gesagt haben soll.“

Hanni Kinadeter

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