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Halbzeit-Bilanz – Exclusive Einblicke bei der Großbaustelle Deutsches Museum

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So soll das Deutsche Museum aussehen, wenn die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind.
So soll das Deutsche Museum aussehen, wenn die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind. © Deutsches Museum

Von 2015 bis 2025 wird modernisiert: Das Deutsche Museum der Zukunft wartet mit neuen Aufzügen, einem Fluchttunnel im Brandfall und dem neuen Dachterrassen-Restaurant auf.

München – Zehn Jahre, um für die Zukunft gewappnet zu sein: Bis 2025 soll das Deutsche Museum modernisiert werden. Als Startbudget wurden 445 Millionen Euro veranschlagt – mittlerweile sind zusätzliche 300 Millionen bewilligt. 

Die aktuellen Entwicklungen

Der Hauptgrund: Bauen ist teurer geworden. 

Bis zu 400 Arbeiter von rund 100 Firmen werkeln auf der Museumsinsel. 2021 soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein. Hallo besuchte die Baustelle.

Im Keller kann man die erste Belüftungsanlage erkennen – eine wichtige Neuerung besonders für empfindliche Exponate wie Musikinstrumente. Da diese empfindlich auf Temperaturänderungen reagieren, erhält dieser Raum nun eine Klimaanlage. 

Neu ist auch das Ausstellungskonzept. „Früher hieß es, das Deutsche Museum sei ein Museum von Ingenieuren für Ingenieure. Das wollen wir ändern“, erklärt Gerrit Faust, Sprecher des Deutschen Museums. Die Exponate sollen durch zusätzliche Erklärungen zugänglicher werden.

Neue Treppenhäuser sowie ein Fluchttunnel bringen den Brandschutz auf den neuesten Stand. Mehr Aufzüge sowie Räume mit Sitzgelegenheiten zwischen den Ausstellungs teilen sind ebenfalls eingeplant. Da es Probleme mit der Statik gibt, musste im ersten Bauabschnitt mit Hohlraumböden gearbeitet werden, da das Eigengewicht des Estrichs allein sehr hoch gewesen wäre. „Bis Herbst soll die Kostenberechnung für den zweiten Bauabschnitt vorliegen.“ Dann wisse man auch, ob auch dort mit dieser Technik gearbeitet werden muss, um die Probleme mit der Statik zu lösen. 

Eins muss beachtet werden: 

„Wenn der Bau teurer wird, bleibt am Ende weniger Geld für die Ausstellungen übrig.“ Erst wenn die Kostenberechnung vorliege, könne man sagen, was alles umgesetzt werden könne. Doch nicht nur das Museum wird umgebaut, sondern auch die Ludwigsbrücke. „Wenn sich dadurch die Zugangssituation für unsere Besucher langfristig verbessert, würde uns das freuen. Auch wenn wir während des Umbaus der Brücke mit Behinderungen rechnen“, sagt Faust.

Essen mit Bergblick

Wenn das Wetter mitspielt, hat man von der Terrasse des geplanten Gastro-­Betriebes auf der Museumsinsel sogar Bergblick. Die Preisstruktur wurde den Betreibern vorgegeben, damit beispielsweise Familien sich einen Besuch leisten können. 

Ab 2021, wenn auch der erste Bauabschnitt eröffnet wird, kann man die „Frau im Mond“, wie der Betrieb heißen wird, auch außerhalb der Museumsöffnungszeiten besuchen. Zudem soll die Museumsinsel nicht mehr abgekapselt sein, sondern zum Flanieren einladen.

Schnell und leicht zur Jahreskarte

Nach der Modernisierung werden die Eintrittspreise neu strukturiert – familien- und jugendfreundlich sollen sie aber nach wie vor sein. Zudem soll es leichter als bisher werden, eine Jahreskarte zu erwerben. Auch über zeitliche Abschnitte, zu denen beispielsweise Schulklassen Zutritt haben, wird nachgedacht.

Sabina Kläsener

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