Ein Viertel fährt aufs Rad ab

Mobilität ohne Motor: Ob Radstraße, Stellflächen oder Fußgängerzone – das sind die aktuellen Pläne

Sicherheit für Radler auf Dauer: Der Versuch mit der Pop-Up-Bike-Lane in der Rosenheimer Straße 2020 war ein Erfolg, sie soll zur festen Fahrspur für Zweiräder werden.
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Sicherheit für Radler auf Dauer: Der Versuch mit der Pop-Up-Bike-Lane in der Rosenheimer Straße 2020 war ein Erfolg, sie soll zur festen Fahrspur für Zweiräder werden.
  • Marie-Julie Hlawica
    vonMarie-Julie Hlawica
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In Haidhausen sollen die Autos den Fahrrädern weichen. Egal ob Fahrradstraße, Stellflächen oder Fußgängerzone - was alles geplant ist.

Nach der ersten BA-Sitzung im neuen Jahr steht fest, wohin Haidhausen 2021 will: „Sicherheit für Radler und weniger Pkw-Verkehr in unserem Viertel“, sagt Ullrich Martini (Grüne), Sprecher des Unterausschusses Mobilität im Viertel. Im Klartext heißt das: Weg vom Auto, rauf aufs Rad! „Was vor wenigen Jahren noch undenkbar war, hat durch den eindeutigen Radentscheid eine Wende erfahren. Der Stadtrat hat gesehen, was der Bürger wirklich will!“

Die Pläne zur Umgestaltung und Aufwertung Haidhausens sind deshalb im BA ganz konkret – und einstimmig angenommen worden: So soll die Steinstraße zur Fahrradstraße werden, ebenso wie die Eduard-Schmidt-Straße entlang der Isar. Die Zeppelinstraße soll mit neuem Parkkonzept eine sichere Radlösung für Zweiradler bieten.

Haidhausen wird zum Fahrradviertel: Alle Pläne für das Rad

Auch der seit Jahren in vielen Varianten diskutierte Radweg entlang der Rosenheimer Straße ab dem Gasteig in Richtung Ramersdorf bis unter den S-Bahntunnel an der Orleansstraße hindurch (Hallo berichtete) soll den Durchbruch bringen, so Martini. „Es ist der Wunsch der Bürger, dass das Rad hier Platz und Vorfahrt hat“, so BA-Chef Jörg Spengler (Foto).

Aber nicht nur Platz für Radler, auch mehr Aufenthaltsqualität in Haidhausen steht an. Der Weißenburger Platz soll zur Fußgängerzone werden, ganz konkret die Autos und sogar der aktive Radverkehr weichen. Auf dem Straßenstück zum Pariser Platz wird vorgeschlagen, 55 Auto-Parkplätze zu streichen, Radparker und Lieferzonen würden berücksichtigt. Auch die obere Preysingstraße könnte schon bald nur den Spaziergängern vorbehalten sein. Der BA hat sich vorab bei den Anliegern erkundigt und Zustimmung erhalten. „Ein temporärer Fußgängerzonen-Versuch außerhalb der Sommerferien ist angestrebt und wird gewünscht“, so Spengler.

Dass das keine Hirngespinste sind, zeigt die Realität. „Die Steinstraße rund um den Genoveva-Schauer-Platz ist das beste Beispiel, dass es auch ohne Autos funktionieren kann,“ sagt BA-Mitglied Martini. „Vor den 90er-Jahren fuhren hier 10 000 Autos am Tag durch.“ Heute gilt sie als verkehrsberuhigtes Vorbild im ehemaligen Glasscherbenviertel.

Sommerstraße

Letztes Jahr ging Haidhausen leer aus, heuer „wird es zu 99 Prozent eine Sommerstraße geben“, sagt BA-Chef Jörg Spengler. Zehn Straßen im Münchner Raum sind zugesagt. Straßenvorschläge müssen bestimmte Kriterien erfüllen, der BA ruft die Bürger auf, geeignete Straßen im Stadtviertel vorzuschlagen. 

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