BA 18 will Pläne des BA 17 kippen

Tegernseer Platz: Umgestaltungspläne entfachen Viertelkrieg

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Peter Ödinger aus dem Bezirksausschuss 18 will die Umgestaltung des Tegernseer Platzes verhindern.

Giesing – Seit zehn Jahren kämpft der Bezirksausschuss (BA) 17 um die Umgestaltung des Tegernseer Platzes – Doch es gibt Gegenwind aus Untergiesing: Die dortige CSU-Fraktion will die Pläne kippen

Für Carmen Dullinger Oßwald, Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Obergiesing-Fasangarten ist es ein leidiges Thema: „Seit mehr als zehn Jahren setzen wir uns für eine Umgestaltung des Tegernseer Platzes ein.“ Wenn es nach den Obergiesingern geht, soll der Platz verkehrsberuhigt werden, auch, weil Grund- und Mittelschule sowie einige Kindergärten in den Nebenstraßen beheimatet sind.

Die Pläne des 17. Stadtbezirks: Der Radweg soll ausgebaut werden, damit die Münchner durchgehend an der Tegernseer Landstraße entlang radeln können. Um Platz für den Radlweg zu schaffen, soll die Auto-Fahrbahn einspurig werden statt wie bislang zweispurig. Außerdem soll die Aufenthaltsqualität am Tegernseer Platz verbessert werden, den viele als das „Herz von Giesing“ betrachten. 

Carmen Dulinger Oßwald (Grüne) hofft seit Jahren auf eine Umgestaltung und Verschönerung des Tegernseer Platzes.

„Am Tegernseer Platz steigen Schulkinder um und ältere Menschen in Busse oder Tram, aus dem ganzen Viertel kommen die Leute zur Post – hier halten sich so viele Menschen auf, dass der Platz definitiv verschönert werden soll“, findet die Grünen-Viertelpolitikerin.

Seit Jahren führt der BA demnach Gespräche mit den Elternbeiräten der umliegenden Schulen und Anwohnern – sie fordern der BA-Chefin zufolge alle definitiv eine Verkehrsberuhigung, Tempo 30 und eine Umgestaltung des Platzes.

Untergiesing fürchtet Verkehrskollaps und will Obergiesinger Pläne kippen

Doch nun will ihnen der BA 18 einen Strich durch die Rechnung machen. „Wir wollen die Umgestaltung des Tegernseer Platzes verhindern“, kündigt Peter Ödinger an, der für die CSU im Gremium sitzt. Denn: „Das würde niemandem etwas bringen“, findet er und schlägt stattdessen vor, mehrere Plätze zu verschönern, etwa den Alpenplatz (Hallo berichtete). 

„Der Tegernseer Platz ist ein Verkehrsknotenpunkt – den kriegt man nie ganz verkehrsberuhigt“, ist er überzeugt. Für ihn ist entscheidend: „Wenn es nur noch eine Spur gibt, wo sollen die Autos denn fahren?“ 9500 Fahrzeuge, rechnet er vor, queren laut einer Studie der Verwaltung derzeit den Platz. Wäre die Fahrbahn einspurig, wären es demzufolge nur noch 4000, etwa 1000 Autos würden auf die Pilgersheimer Straße ausweichen, weitere 500 auf die Hans-Mielich-Straße. 

„Aber dann fehlen immer noch 3000 – denn Icho- und Martin-Luther-Straße sind an der absoluten Kapazitätsgrenze – da geht nicht mehr“, ist Ödinger überzeugt. Die restlichen, so glaubt er, würden sich Schleichwege durch die Viertel suchen. Auch für die Radlfahrer hält er die Pläne ungeeignet: „Besser ist es doch, wenn endlich die Radl­brücke am Giesinger Berg gebaut wird – dann kann man eine weite Strecke im Grünen fahren.“ 

Statt Gelder für die Umgestaltung des Tegernseer Platzes auszugeben, fordert er, mehrere Plätze wie den Alpen-, Walchensee- und Hans-Mielich-Platz umzugestalten. „Da hätten die Menschen mehr davon.“ Ödinger und seine Fraktion wollen die Pläne des BA 17 jedenfalls kippen – „wenn nötig, wenden wir uns an den Stadtrat“, droht er.

Hanni Kinadeter

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