Servus, Schandfleck!

Neuer Ärger am Hans-Mielich-Platz: 2020 soll ein Pavillon Abhilfe schaffen

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Julian Göttlicher möchte am Hans-Mielich-Platz einen Kommunikationspavillon mit Café-Betrieb eröffnen.

Untergiesing – Julian Göttlicher reicht es: „Viele meiden die Nordseite des Hans-Mielich-Platzes, weil dort vor allem getrunken wird.“ Das will er ändern...

Update: 18. September

Untergiesing – Mehrfach hatten Anwohner sich beschwert: Menschen trinken und pöbeln am Hans-Mielich-Platz, lautete ihr Vorwurf. Jetzt steht schon wieder ein Antrag auf der Tagesordnung im BA Untergiesing-Harlaching: Diesmal fordert Vizechefin Melly­­­ Kieweg, das Schachbrett solle endlich verschoben werden. 

Wegen der Klientel, die die Ecke demnach verschmutzt und dort Saufgelage veranstaltet, werde das Brett nämlich nicht genutzt. Zudem fehlen offenbar Schachfiguren. Würde das Schachbrett schnell versetzt, würde das Julian Göttlicher in die Hände spielen: Er will am Hans-Mielich-Platz einen Pavillon eröffnen, in dem Giesinger Kaffeetrinken, Ratschen Karteln oder Schach spielen können. 

Im März hatte der BA seinem Vorhaben zugestimmt – doch genehmigt ist sein Antrag von der Verwaltung noch immer nicht. Immerhin befinde er sich schon in „fortgeschritteneren Gesprächen“, wie Göttlicher berichtet. „Noch ein verschenkter Sommer“, findet stattdessen Kieweg.

Hanni Kinadeter

Erstmeldung: 06. März – Eine neue Vision für den Hans-Mielich-Platz

Untergiesing – Für die einen ist es ein Schandfleck. Für die anderen ein Ort, an dem man sich zum Trinken trifft. Die Ecke am Hans-Mielich-Platz, wo derzeit Bänke stehen und ein Schachbrett angebracht ist, ist umstritten unter den Giesingern. Erst jüngst musste dort ein Pavillon wieder entfernt werden, weil sich Anwohner beschwerten, es würde ein Publikum anziehen, das sich dort vor allem zu Saufgelagen treffe (Hallo berichtete).

Die Nordseite des Hans-Mielich-Platzes ist für zahlreiche Anwohner ein Schandfleck im Viertel.

Das könnte sich nun ändern: Der Giesinger Julian Göttlicher will den Schandfleck aufwerten. „Der Platz soll offener und freundlicher werden“, findet der 37-Jährige nämlich.

Das will er mit dem Bau eines Pavillons erreichen. Sein Konzept ist denkbar einfach: Eine Innenfläche ist nicht geplant, eher eine Art Kiosk, bei dem man sich Kaffee und Snacks holen sowie Brettspiele ausleihen kann.

„Man könnte dann Schafkopfn, Karteln oder Backgammon spielen“, schwärmt er. Kinder könnten Fußball kicken oder an einer Kletterwand – deren Anbringung ohnehin gerade diskutiert wird – kraxeln.

Julian Göttlicher möchte das Image des Hans-Mielich-Platzes durch seine Vision aufwerten.

„Ich glaube die Belebung des Platzes kommt dann von selbst, wenn es einen Treffpunkt gibt.“ Er selbst wohnt mit Frau und Kind ganz in der Nähe und hat oft beobachtet: „Viele meiden diesen Teil des Platzes, weil sich dort vor allem Männer zum Trinken treffen“, sagt er.

Außerdem: „Ich finde, hier fehlt ein Platz, an dem man etwa Sonntagvormittag Kaffee trinken kann.“ Im Sommer und bei schönem Essen sollen dort Stühle und Tische aufgestellt werden, wenn es nach Göttlicher geht – ganz im Stil südländischer ­Kiosks, die sich etwa in Portugal an jedem Platz finden lassen. Spruchreif ist der Pavillon noch nicht – bislang fehlen die Genehmigungen.

Am Donnerstag will der Bauausschuss des Bezirksausschusses Untergiesing-Harlaching darüber sprechen. Einen Unterstützer hat er schon jetzt: Melly Kieweg, die den Hans-Mielich-Platz mit ihrer Initiative „Mehr Platz zum Leben“ bereits bespielt. „Das würde den Platz sicher aufwerten“, ist die Viertelpolitikerin überzeugt.

Hanni Kinadeter

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