Versammlung in Haidhausen 

Solaranlagen auf dem Gasteig? BA plant Sondersitzung zur Sanierung des Mammutprojekts

Der Entwurf des Architektenbüros Henn zeigt, wie der Gasteig aussehen soll. 
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Der Entwurf des Architektenbüros Henn zeigt, wie der Gasteig aussehen soll. 

Wegen der umstrittenen Sanierung des Gasteigs lädt der BA zur Sondersitzung. Im Herbst will die Stadt München über das Projekt entscheiden...

  • Die Sanierung des Gasteigs ist umstritten.
  • Der BA Au-Haidhausen lädt zur Sondersitzung.
  • Die Stadt München will im Herbst über das Projekt entscheiden.

Die Sanierung des Gasteigs ist eines der Mammutprojekte, die im Viertel demnächst anstehen. Im Herbst will der Stadtrat über den Umfang der geplanten Generalsanierung entscheiden. Für den Bezirksausschuss Au-Haidhausen Anlass, um zu einer öffentlichen Sondersitzung im Viertel einzuladen (s.unten). 

„Es kann nicht sein, dass ein so großes Bauprojekt geplant wird, ohne ökologisch zu sanieren“, steht für den Solarbeauftragten des BAs, Franz Klug (Grüne), fest. Er fordert daher, Solaranlagen auf dem Dach des Gasteigs zu installieren, die Bäume am Gelände zu erhalten und eine Fassadenbegrünung einzuplanen. 

Sanierung des Gasteigs - Ein umstrittenes Mammutprojekt

Mit der Kritik an der derzeitigen Planung ist der Viertelpolitiker nicht allein: Auch Lena Sterzer, BA-Vizin (SPD), will die Kastanien erhalten. Wichtig ist ihr aber vor allem eines: „Die Verkehrssituation für die Anwohner muss berücksichtigt und der Betrieb der Kindervilla aufrecht erhalten werden.“ Immer wieder hatten vor allem Anwohner aus der Kellerstraße über Be- und Entladungsverkehr bis in die Nacht hinein geklagt. Die Kindervilla fürchtet ein Aus wegen der Sanierung (Hallo berichtete). Die Kinder- und Jugend­bibliothek solle im Viertel erhalten bleiben, wenn es nach Sterzer geht. 

Kritik übte auch die Anwohnerschaft immer wieder, etwa Richard Forward und seine Ehefrau, die einen „Eventtempel“ im Viertel fürchtete. „Wir wollen unsere Interessen in der Sondersitzung noch einmal vertreten“, kündigte Forward an. 

Sondersitzung: Montag, 28. September, um 18 Uhr in der Philharmonie, Rosenheimer Straße 5

hki

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Gasteig – ein Eventtempel?

Erstmeldung: 04.02.2020

Im Vergleich zur Bürgerversammlung 2017 – der Saal im Hofbräukeller war derart überfüllt, dass die Versammlung verschoben wurde und draußen protestierten die Bürger scharenweise – war die Versammlung ziemlich ruhig. Aber auch diesmal gab es Reizthemen, die polarisierten, das größte darunter: Der Gasteig. 

Noch während BA-Chefin Adelheid Dietz-Will (SPD) ihren Vortrag über die aktuellen Projekte im Viertel hielt, rief eine Bürgerin dazwischen: „Warum wird der Gasteig nicht abgerissen, der ist doch scheußlich!“ Dietz-Will indes lobte die Pläne ausführlich. Kritik ernteten die Pläne allerdings auch von Anwohnerin Christina Opp-Forward. Sie fürchtet, der Gasteig werde ein „Eventpalast“. „Brauchen wir wirklich so eine Schickeria-Fassade“, fragte sie. Gegen die Scheiben würden nur Vögel prallen, im Sommer stehe die Glasfront direkt in der prallen Sonne – „und innen muss dann gekühlt werden.“ Die Haidhauserin beantragte, der Stadtrat möge eine „bescheidene und umsichtige Sanierung“ beschließen. 

Zunächste erntete sie Beifall und Jubel. Doch später wurde ihr Antrag abgelehnt. Grund dafür war möglicherweise auch das leidenschaftliche Plädoyer von Gasteig-Sprecher Michael Amtmann. Er geriet regelrecht ins Schwärmen, als er von der Dachterrasse sprach. „Die schönste Aussicht Münchens“, finde man dort. Ein Anblick, den er mit Münchnern und Touristen teilen will. Deswegen solle die Terrasse geöffnet werden und dort Gastronomie entstehen. „Der Gasteig ist das größte Kulturzentrum Europas“, betonte Amtmann. „Wir sind sehr stolz, der Gasteig ist absolut einzigartig.“ 

Zwischen 6000 und 10 000 Besucher strömen täglich in den Gasteig, die größte kommunale Bibliothek Deutschlands befinde sich dort. Die Sanierung soll vor allem das bringen: eine offene Architektur zur Stadt sowie eine Struktur, die die interne Zusammenarbeit fördert. 

hki

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