Ende für Traditionsverein?

Wo sollen die Kinder künftig kicken?

Markus Voggenreiter (l.) und Wolfgang Maier wollen um ihren SWM-Sportverein kämpfen.
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Markus Voggenreiter (l.) und Wolfgang Maier wollen um ihren SWM-Sportverein kämpfen.

SWM erweitern Betriebshof und bauen Wohnungen. Der Sportverein der Stadtwerke muss deswegen Ende 2022 umziehen. Wohin es gehen soll, ist jetzt die Frage...

  • SWM überplanen Sportverein-Grundstück.
  • Schon 2022 soll der Sportverein der Stadtwerke umziehen.
  • EinErsatzstandort ist noch lange nicht in Sicht.

Fasangarten – Sie bangen um ihre Heimat: Markus Voggenreiter und Wolfgang Maier, Jugendleiter im Sportverein der Stadtwerke. Seit 1926 ist der SV SWM in der Lauensteinstraße zuhause. 

Doch Ende 2022 muss der Traditionsverein, einst der Verein der Tram- und Busfahrer, weichen. Der Grund: Die Stadtwerke überplanen das Grundstück derzeit, weil sie dort ihren Betriebshof erweitern und Werkswohnungen bauen wollen. 

Im Frühsommer 2019 habe es noch geheißen, man suche für den Verein eine „qualitativ gleichwertige Anlage im Viertel, schildert der Abteilungsleiter der Fußballjugend Wolfgang Maier. 

„Standorte werden geprüft“

Mehr als ein Jahr später ist ein Ersatzstandort jedoch nicht in Sicht. Seit mehr als einem Jahr heißt es, die Standorte würden geprüft. Aktuell gebe es „keine neuen Erkenntnisse“, wie ein Sprecher der SWM auf Hallo-Anfrage mitteilt. 

Wie es weiter geht? „Wir wissen noch nichts“, sagt Vereinschef Jürgen Öllinger. Nächste Woche, am 9. Juli, treffe er sich unter anderem mit dem Referat für Bildung und Sport (RBS). Öllinger sieht vor allem die Stadt in der Pflicht. 

„Es ist die Verantwortung der Politik, den Verein zu erhalten – gerade weil in der Nähe viel gebaut wird und mit einem Zuzug zu rechnen ist“, sagt er. 

Ende 2022 muss der Traditionsverein umziehen. Wo die Kinder im Viertel dann kicken, ist noch nicht geklärt.

Dabei hatten beide BAs – Obergiesing-Fasangarten und Ramersdorf – schon mehrere Anträge gestellt, um den Verein zu retten – doch bislang ohne Erfolg. Vorgeschlagen hatten die Stadtwerke nach Gesprächen mit dem RBS, den Hallensport in der Siedlung am Perlacher Forst unterzubringen. 

Und für den Außensport ein unbebautes Privatgrundstück in der Nähe sowie nahe gelegene Bezirkssportanlagen zu nutzen. Auch eine Nutzung der Turnhalle der Grundschule in der Emmy-Noether-Straße stand zur Debatte. 

Für Wolfgang Maier ist das keine Option. „Unsere Kinder kommen zu Fuß aus dem Viertel oder mit dem Radl ins Training – die fahren doch nicht nach Moosach“, ärgert er sich. 

„Ein Verein ohne Gaststätte – das ist schon schwierig“

Die Bezirkssportanlage in der Görzer Straße platze ohnehin schon aus allen Nähten. Und eine Aufteilung des 1500 Mitglieder starken Vereins auf mehrere Standorte hält er für denkbar ungeeignet. 

Was den Judo-Abteilungsleiter Markus Voggenreiter hingegen stört: „Wir wissen nicht, ob die Vereinsgaststätte noch einmal eröffnet.“ Die Wirtin hatte gekündigt, ein neuer Kandidat will im September beginnen – für die nächsten zwei Jahre bis zum Auszug. 

Aber bislang haben die Stadtwerke noch kein grünes Licht gegeben. „Und ein Verein ohne Gaststätte – das ist schon schwierig“, findet Voggenreiter. Zumal dort auch Tanznachmittage für Senioren stattfänden und der Musikanten-Stammtisch. 

hki

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