Ein Zirkus-Auftritt vor der Haustür

Zur Freude der Bewohner: Zirkusartisten planen Show vor Seniorenheim

+
In etwa fünf bis sechs Metern Höhe wird Ella Hummel an einem Kran hängend (Foto von einem anderen Auftritt) vor dem Münchenstift-Haus an der Tauernstraße ihre Performance zum Besten geben.

Die Corona-Krise trifft Senioren trotz Lockerungen schwer. Um den Betroffenen zu helfen, hat sich ein Künstlerkollektiv nun eine besondere Aktion überlegt.

  • Senioren sind von den Corona-Beschränkungen besonders betroffen
  • Zirkusartisten wollen ihnen eine Freude mit Auftritten vor den Seniorenheimen machen
  • Die finanzielle Lage könnte jedoch zum Problem werden

Harlaching – Wer heute Mittag gegen 14 Uhr an der Tauernstraße in Harlaching vorbeikommt, könnte ein ungewöhnliches Bild geboten bekommen.

Artisten kommen mit Kran zu Aufführung vor Seniorenheim

Vor dem dortigen Münchenstift-Haus, Tauernstraße 11, wird nämlich ein Kran stehen, an dem eine Luftakrobatin eine Show aufzeigen wird – unterstützt und begleitet von Musikern und weiteren Artisten.

Ella Hummel, besagte Akrobatin, erklärt die Aktion: „Wir wollen in dieser schweren Zeit ein bisschen Abwechslung im tristen Corona-Alltag bieten und den Anwohnern eine Freude machen.“

Ella Hummel.

Gerade Bewohner von Seniorenheimen treffe die Krise durch Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen nämlich besonders hart.

Die Idee kam Hummel im Zuge der aktuellen Corona-Situation: „Ein Freund von mir hatte Geburtstag und konnte aufgrund der Beschränkungen nicht feiern. Da habe ich einfach spontan bei ihm vor dem Fenster eine kleine Musikshow veranstaltet."

Zusammenarbeit mit Münchenstift: "Aktion ist eine tolle Sache"

Dabei kam ihr dann die Überlegung, das Ganze mit Artistik zu verknüpfen. Gemeinsam mit dem KünstlerkollektivPepe Arts“ und der Münchenstift GmbH entstand daraus dann die Aktion „Quarantäne Performances für Seniorenheime“.

Stefanie Kelly, zuständig für Beratung und Marketing im Münchenstift-Haus an der Tauernstraße, ist begeistert: „Für unsere Bewohner ist das eine tolle Sache. Gerade für die, die teilweise trotz Lockerungen immer noch im Haus bleiben sollen, ist das eine großartige Ablenkung. Auch die Anwohner hier im Viertel haben bestimmt Freude daran.“

Sie ist sich sicher, dass das Angebot gut ankommen wird: „Viele unserer Bewohner sind gerne in den Zirkus gegangen. Dass ihnen auf diese Weise eine Aufführung vor die Haustür gebracht wird, ist für sie sicher schön.“

Geld könnte zum Problem werden

„Wir haben die Idee nun ein paar Wochen ausgearbeitet und freuen uns, sie nun umsetzen zu können“, so Hummel.

Das große Problem dabei: Die finanzielle Lage „Wir würden das Programm gerne münchen- vielleicht sogar bayernweit weiterführen. Dafür brauchen wir jedoch einiges an Geld.“

Die 20-Jährige schätzt, dass pro Auftritt etwa 1200 Euro notwendig sein werden. Da jedoch gerade die Zirkusartisten derzeit nahezu keine Einnahmen haben, ist man hier auf Hilfe durch Spenden angewiesen.

„Gerade uns Künstler trifft die Krise auch sehr hart. Es ist finanziell schwierig, große Aktionen auf die Beine zu stellen, bei denen alle Beteiligten entsprechend vergütet werden sollen.“

Suche nach dem Kran bei Feuerwehr und im Fernsehen

Immerhin müssen die Künstler für den Kranwagen nichts zahlen. Dieser wird von einem Bekannten zur Verfügung gestellt.

Ein Glücksgriff, erzählt die 20-Jährige: „Wir hatten bereits bei der Feuerwehr angefragt und auch einen Aufruf im Fernsehen gestartet. Nach langer Suche hat sich dann ein Bekannter meines Chefs gemeldet, der uns seinen Kran bereitstellt. Diesen können wir für alle Termine nutzen.“

Weitere Termine geplant

Aufgrund der derzeitigen Corona-Lage gäbe es zwar noch keinen festen Plan, jedoch stehen die ersten Termine bereits fest:

Heute um 14.30 Uhr im Heim an der Tauernstraße, Tauernstraße 11, und am Mittwoch, 13. Mai, um 15.30 Uhr im Haus St. Maria Ramersdorf, St.-Martin-Straße 65, werden die Artisten für die Heimbewohner eine Show bieten.

Ein weiterer Termin im St.-Martin-Haus, St.-Martin-Straße 34, für nächste Woche ist auch bereits in Planung.

„Unser Ziel ist es, in ganz München Künstlern eine Möglichkeit zu geben, aufzutreten und Senioren so die Sorgen der Krise zumindest für eine kurze Zeit vergessen zu lassen“, so Hummel.

Die Veranstaltungen sind jedoch privat, Interessierte dürfen nur von der Straße aus zusehen.

best

Auch interessant:

Meistgelesen

Streit eskaliert: Mann bedroht Angestellten im Supermarkt mit Pistole - Die Polizei umstellt danach seine Wohnung 
Streit eskaliert: Mann bedroht Angestellten im Supermarkt mit Pistole - Die Polizei umstellt danach seine Wohnung 
Wegen auffälligem Verhalten: Polizei kontrolliert Autofahrer und findet gefälschte Papiere - Gegen ihn lag bereits ein Haftbefehl vor
Wegen auffälligem Verhalten: Polizei kontrolliert Autofahrer und findet gefälschte Papiere - Gegen ihn lag bereits ein Haftbefehl vor

Kommentare