Corona-Folgen für Kreative

Konzerte vor Giesings Fenstern?

Hier spielt Andrea Pancur vor der Nachbarschaft Gitarre und singt. Jetzt kämpft die Musikerin gemeinsam mit Viertelpolitikern darum, dass Künstler unbürokratisch Konzerte veranstalten können – auf dem Parkplatz, im Park oder im Garten von Institutionen. 
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Hier spielt Andrea Pancur vor der Nachbarschaft Gitarre und singt. Jetzt kämpft die Musikerin gemeinsam mit Viertelpolitikern darum, dass Künstler unbürokratisch Konzerte veranstalten können – auf dem Parkplatz, im Park oder im Garten von Institutionen. 

Straße als Kultursaal: Musikerin und Viertelpolitiker kämpfen um Erlaubnis – so hart trifft Krise Künstler aus dem Viertel

  • Corona: Viele Künstler ohne Einnahmen
  • Konzerte in der Nachbarschaft zur Überbrückung
  • Bürokratie erschwert Alternativen

Giesing/Haidhausen Andrea Pancur zupft die Saiten ihrer Gitarre. Am Bordsteinrand sitzt eine junge Frau mit Kind, am Balkon steht ein älteres Ehepaar und Passanten bleiben stehen, um zu lauschen – ein privates kleines Konzert in der Nachbarschaft. Doch offiziell auf Parkplätzen, Straßen oder in Vorgärten unkompliziert ein Konzert zu veranstalten – das geht offenbar nicht. 

Kultur vor dem Fenster in München nicht erlaubt

„Ich kann nicht nachvollziehen, warum Kultur vorm Fenster in München nicht erlaubt ist“, sagt Pancur hörbar genervt. „In Nürnberg, in Erlangen, in Augsburg – in lauter anderen Städten geht’s doch auch“, zählt die Musikerin aus Obergiesing auf. Sie hat sich nun Unterstützung aus der Politik geholt – der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching will in seiner kommenden Sitzung am Dienstag, 16. Juni, einen Antrag dazu besprechen. 

Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching will entsprechenden Antrag verabschieden

Künstler sollen unbürokratisch und einfach im Viertel Musik machen können“, sagt Heike Kaemer (SPD), Vizechefin im BA 18, die den Antrag einbringt. Ob Konzert auf dem Parkplatz, in der Grünanlage oder im nichtöffentlichen Raum – die Stadt solle Kulturinitiativen unterstützen, auch, was das Erstellen von Hygienekonzepten anbelangt. Den eigenen Jahresempfang des Bezirksausschusses, so schlägt Kraemer außerdem vor, solle man in „alternativer Form“ veranstalten, und Künstler aus dem Viertel fördern. 

Haidhauser Pianist will Klage einreichen

Noch weiter geht indes Stefan Laux, ein Pianist aus Haidhausen. „Parkplatzkonzerte sind gut, aber das reicht lange nicht“, sagt der 63-Jährige. „Es fehlen die Einnahmen seit März und Soforthilfe bekommen von uns Künstlern nur die wenigsten.“ In seinen Augen ein Skandal – er will demnächst Klage einreichen. „Da wird mit zweierlei Maß gemessen.“ hki

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