Früher Chef der Verkehrsinspektion, jetzt der Polizeiinspektion 21

Er ist der neue Sheriff in der Au

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Peter Schiller ist der neue Chef in der Polizeiinspektion Am Neudeck.

Au – Kaum hat er sein neues Büro bezogen, ist er schon Teil des Geschehens: Peter Schiller (57), neuer Leiter der Polizeiinspektion 21, gibt in Hallo Einblicke in die aktuelle Situation im Viertel

Streife in der Au statt Promis mit dem Motorrad zu begleiten – die Polizeiinspektion 21 am Auer Mühlbach hat einen neuen Chef: Peter Schiller, 57 Jahre, gebürtiger Münchner, ist gerade eingezogen. Bislang war er Chef der Verkehrsinspektion in der Bad Schachener Straße.

„Die Inspektion 21 war ausdrücklich mein Wunsch“, sagt Schiller. Denn das alte, gewachsene Münchner Viertel habe eine sehr homogene Struktur und Bevölkerung. Einen echten Brennpunkt gebe es nicht mehr – selbst am Orleansplatz und Ostbahnhof hat sich die Situation beruhigt. „Jeder Reisende kann sich sicher fühlen“, sagt Schiller. „Wir und die Kollegen von der Bundespolizei sind dort präsent und kontrollieren deutlich und oft – das hat verhindert, dass sich hier eine problematische Szene verfestigt.“ Ebenso habe sich der Bau des Werksviertels und das Schließen zahlreicher Nachtclubs positiv ausgewirkt.

Freilich gibt es auch in Haidhausen immer wieder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Ruhestörungen oder Schlägereien unter Betrunkenen. „Im Sommer passiert so etwas häufiger an der Isar“, weiß Schiller. Ganzjährig fallen demnach solche Delikte immer wieder unter den Disko-Besuchern in der Grafinger Straße sowie der Rosenheimer Straße auf.

Schlägereien unter Betrunkenen häufen sich immer dann, wenn am Nockherberg der Starkbier­anstich ist. „In dieser Hinsicht hat sich die Gesellschaft leider zum Negativen entwickelt“, findet der Dienststellen-Leiter. Ruhig hingegen geht’s auf der Auer Dult zu.

Momentan beschäftigt den Polizei-Chef vor allem eines: „Es werden immer mehr Fahrräder gestohlen.“ Auch Trickbetrüger sind ein Dauerproblem – vor allem für die ältere Generation. Demnächst steht außerdem die Sicherheitskonferenz an. „Da sind wir alle im Einsatz“, sagt Schiller, der vorher die Verkehrsinspektion geleitet und dabei auch dafürsorgte, dass die Politiker begleitet werden und sicher ans Ziel gelangen. „Ich habe so viele Staatsoberhäupter begleitet, dass ich nicht mehr genau sagen kann, wen“, erzählt er. An einige – etwa Nicolas Sarkozy, den ehemaligen US-Senator Joe Biden sowie Vizepräsidenten Mike Pence kann er sich aber noch ganz genau erinnern. Die Sicherheitskonferenzim Februar ist ein Einsatz, auf den sich der Polizeichef freut.

Weniger schön: die Räumung der Wittelsbacher- und Reichenbachbrücke, die ebenfalls im Zuständigkeitsbereich der PI 21 liegen. „Ich möchte das nicht bewerten. Aber aus polizeilicher Sicht muss ich sagen, dass es um die Sicherheit der Menschen geht – schließlich hat es dort mehrfach nachts gebrannt. Wenn die Obdachlosen schlafen, kann ihnen dann ja auch was passieren.“

Wenn der Polizei-Chef gerade einmal nicht auf Streife ist, geht er Joggen – an der Isar, im Englischen Garten oder im Riemer Park. Oder er steht hinter dem Herd: Der Beamte ist ein leidenschaftlicher Koch. „Vom Schweinsbraten bis zu westfälischen Gerichten probiere ich alles aus.“

Hanni Kinadeter

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