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Pläne zum Candid-Tor bleiben umstritten ‒ Bürger in Untergiesing fordern mehr Mitspracherecht

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Von: Katrin Hildebrand

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Der Gebäude-Bestand soll teils in den neuen Turm integriert werden.
Der Gebäude-Bestand soll teils in den neuen Turm integriert werden. © Ehret + Klein

Die Idee zum Candid-Tor bleibt umstritten: Bei einem Workshop zu dem Projekt am Candidplatz zeigten sich viele Anwohner skeptisch und kritisierten die Investoren.

Untergiesing - Seit Dezember brodelt es. Damals stellten Investoren und Architekten ihre Pläne für den Umbau des Ärztehauses am Candidplatz der Stadtgestaltungskommission vor. Bei einem Bürgerworkshop, zu dem der BA Untergiesing-Harlaching nun geladen hatte, hagelte es Kritik an dem Projekt. Viele Anwohner forderten eine Einwohnerversammlung.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Pläne zum Candid-Tor in Untergiesing: Bürger fordern mehr Mitspracherecht zum Neubau

„Wir sind keine Spekulanten, wir haben unsere Objekte im Bestand“, sagte Investor Michael Ehret von Ehret + Klein. „Wir wollen zum Candidplatz etwas beitragen.“ Noch sei das Candid-Tor, ein hoher Teilneubau des bestehenden Gesundheitszentrums, nicht fertig geplant, sondern nur eine Idee, die am Beginn eines vier- bis sechsjährigen Entwicklungsprozesses stehe.

„Das Gesundheitswesen vor Ort braucht mehr Platz wegen der gestiegenen Nachfrage“, sagte er. Die aktuellen Mieter – Ärzte, Physiotherapeuten, Fitness- wie Kosmetikstudio, Pflegedienstleister und einige mehr – sollen ihm zufolge bleiben. „Wir wollen bestehende Mietverträge behalten und verlängern.“ Aktuell betrage die Durchschnittsmiete im ganzen Areal etwa 13,30 Euro pro Quadratmeter. Ob sie durch dem Umbau steigen würde, wurde nicht thematisiert.

Neubau am Candidplatz: Anwohner kritisieren Workshop und fordern Bürgerversammlung

Weit über 100 Anwohner nahmen am Bürgerworkshop in der Sporthalle an der Säbener Straße teil, außerdem Mitglieder der BAs Untergiesing-Harlaching sowie Obergiesing-Fasangarten. Viele Besucher äußerten Kritik an der Form der Veranstaltung: „Wir Bürger dürfen uns nicht im Plenum äußern, sondern nur in kleiner Runde an den Diskussionstischen. Der Investor dagegen darf eine ewig lange Rede vor allen halten“, sagte ein Sprecher der Initiative „Candidplatz für alle“, die gegen das Bauvorhaben kämpft.

Das Candid-Tor stößt auf Protes
Das geplante Candid-Tor stößt bei vielen Anwohnern auf Protest. © Katrin Hildebrand

Weitere Anwohner sorgten sich um die schiere Höhe des geplanten Neubaus – bis zu 64 Meter sind angedacht. Außerdem, so der Tenor, könne das Candid-Tor fürs Viertel einen Präzedenzfall schaffen und damit zur Gentrifizierung beitragen. Investor Ehret widersprach dem: „Dafür steht das Gebäude zu isoliert.“

Die Forderung vieler Bürger nach mehr Mitspracherecht griff Sebastian Weisenburger, BA-Chef Untergiesing (Grüne), auf: „Wir können eine Einwohnerversammlung mit Anträgen und Abstimmungen machen. Das muss aber der BA beschließen.“

Kritik an Neubau und Workshop: Anwohner-Stimmen zum geplanten Candid-Tor

„Es ist ein Mordstrumm, das da entstehen soll. Für ein Bauwerk dieser Größenordnung mit ausschließlich Gewerbe sehe ich an diesem Ort keinen Bedarf. Die Gastronomie im Erdgeschoss wird immer wieder neu verpachtet, das aber liegt nicht an der Qualität der Restaurants. Die Frage nach der Höhe des geplanten Bauwerks wird hier im Workshop abgeblockt. Ich hoffe, dass es noch eine weitere, andere Veranstaltung zu dem Projekt geben wird. Die jetzige Versammlung sehe ich eher als Werbefläche für den Investor“, findet Anwohnerin Birthe Preiß.

Auch Anwohnerin Caterina Sanchez Steinhagen kritisiert den Workshop: „Ich wohne in der Nähe des Candidplatzes und habe keine Einladung bekommen. Bei manchen Bekannten von mir wiederum lagen die Einladungen nicht im Briefkasten, sondern nur im Treppenhaus, sie mussten sie erst aus all den Ablagen herausfischen. Wir von der Initiative „Candidplatz für alle“ sind zunächst davon ausgegangen, dass es sich hierbei um eine Einwohnerversammlung handelt, wo man auch Anträge einreichen und zu allen Anwesenden sprechen kann. Beides aber war leider nicht möglich.“

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