AKIM eingeschaltet

Lärm, Urin und Drogen am Kolumbusplatz ‒ Ein sozialer Brennpunkt in München oder doch ein Platz für alle?

Der Kolumbusplatz mit dem ASZ (rechts im Bild).
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Der Kolumbusplatz mit dem ASZ (rechts im Bild).
  • VonKatrin Hildebrand
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Die Anwohner ärgert die Lage am Kolumbusplatz und klagen über Schmutz, Drogenkranke und Stammsteher. Die Stadt München und Polizei sehen jedoch keinen sozialen Brennpunkt.

  • Anwohner klagen über Lärm, Urin und Drogen am Kolumbusplatz.
  • Vor allem Drogenkranke und Stammsteher seien für die Lage verantwortlich.
  • Die Polizei und die Stadt München sieht dort jedoch keinen sozialen Brennpunkt.

Für manche ist er nur der Name einer U-Bahnhaltestelle. Viele Anwohner des Kolumbusplatzes allerdings sehen in der Anlage einen sozialen Brennpunkt. Sie klagen über nächtlichen Lärm, Schmutz und Drogenkranke. Mehrfach forderten sie den BA Au-Haidhausen auf, die Lage zu verbessern. Nun haben sich erneut Bewohner, Viertelpolitiker und Vertreter der Stadt zu einem Ortstermin getroffen. Die Ergebnisse will der BA in seiner Sitzung diese Woche der Öffentlichkeit vorstellen.

BA-Chef Jörg Spengler (Grüne) meint: „Der öffentliche Raum soll für alle Menschen nutzbar sein, solange es nicht zu laut wird. Laut Polizei ist es kein Drogen-Hotspot. Freilich nehmen wir die Beschwerden der Anwohner ernst und haben auch AKIM eingeschaltet.“ AKIM ist das allparteiliche Konfliktmanagement der Stadt.

BA-Chef Jörg Spengler (Grüne)

Kolumbusplatz als sozialer Brennpunkt? Anwohner klagen über nächtlichen Lärm, Urin und Drogen

Maria M. (Name von der Redaktion geändert) lebt vor Ort: „Auf den Bänken am Platz sitzen oft Alkoholiker und Drogenabhängige und lärmen. Die Menschen, die hier wohnen, trauen sich nicht, sich dort hinzusetzen.“

Dabei liegen nebenan ein ASZ sowie ein Wohnheim für ältere Menschen. Laut M. lagen in den schlimmsten Zeiten des Platzes oft Drogenkranke betäubt auf den Sitzen und am Boden.

Ihr Nachbar Helmut K. berichtet: „Kürzlich rief ich die Polizei, weil Jugendliche hier kifften.“ Eine weitere Anwohnerin, die anonym bleiben will, legte AKIM und dem BA unlängst eine lange Liste mit allen Störungen vor, die sie seit März 2021 dokumentiert hatte, darunter Lärm durch Geschrei, Flaschenzertrümmern und Schlägereien.

Christa S. wohnt ebenfalls am Platz. „Man uriniert uns täglich vor die Haustüre“, berichtet die Rentnerin. Als Urheber vermutet sie die Stammsteher, die sich täglich an einer der Bänke am Platz zum Ratschen und Trinken treffen. „Sie sind untereinander oft aggressiv, mich aber lassen sie in Ruhe.“

Polizei und Stadt München sehen keinen sozialen Brennpunkt am Kolumbusplatz - trotz Stammstehern und Drogenkranken

Ein Polizeisprecher kennt das Thema Stammsteher. Er sagt: „In einer Stadt muss es auch für sie Raum geben.“

Die Bank, an der sich Stammsteher treffen.

Ein weiteres Problem: Am Platz befindet sich ein W-LAN-Hotspot. Bis tief in die Nacht nutzen ihn Menschen zum Telefonieren. Oft sehr lautstark, wie S. erzählt.

Zwar wurde die Nutzungsdauer, wie die SWM gegenüber Hallo bestätigt, nachts auf 30 Minuten beschränkt, aber ganz behoben ist das Problem dadurch nicht.

Auch die Stadt ist den Anwohnern entgegengekommen, wie das Sozialreferat auf Anfrage bestätigt. Bänke, die häusernah standen, wurden aus Lärmschutzgründen entfernt und anderswo am Platz aufgestellt. Zusätzlich ließ die Verwaltung „Enzis“, Freiluft-Sitzmöbel, unter die nahe Südring-Brücke stellen, um Teile des Kolumbusplatz-Publikums dorthin zu verlagern.

AKIM hat das Geschehen erst im Sommer acht Wochen lang beobachtet. In einem Schreiben der Einrichtung heißt es, dass weder übermäßiger Lärm noch Konflikte festgestellt worden seien. AKIM sei jedoch aufgefallen, dass Anwohner den Platz nicht nutzten. Christa S. findet das schade: „Die Bänke sind ja auch für uns aufgebaut worden.“

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