50 Jahre Arabellapark

Wo Freddie und der Führer feierten

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Wo sich heute der Arabellapark befindet, weideten einst Schafe – bis Josef Schörghuber bei einem Flug über das Gelände die Idee für den Bau hatte und im Stadtrat durchsetzte. „Er ist der Vater des Arabellaparks“, sagt Viertelexperte Roland Krack.

Bogenhausen – Einst plante Hitler, hier im Alter zu leben, später waren große Musikstars, Freddie Mercury und die Rolling Stones Dauergäste – Hallo begibt sich auf die historischen Spuren des Arabellaparks

Es ist 50 Jahre her, dass Baulöwe Josef Schörg­huber das Arabella-Hochhaus einweihte – und damit den Grundstein für den Arabellapark legte, der um das Haus entstand.

Das Foto zeigt Jörg Schörghuber vor einem Flug über  dem späteren Arabellapark.

Das Hochhaus, das mit Hotel, Wohnungen, Praxen und Läden eigentlich eine eigene Siedlung für sich ist, wie Viertelexperte und Vorstand des Nordost Kulturvereins Roland Krack findet. Ein Haus, in dem Musiklegenden wie Freddie Mercury, die Rolling Stones, Iggy Pop oder Meat Loaf ein- und ausgingen. Im Keller des Arabella-Hochhauses produzierte Reinhold Mack in seinem Studio ihre Platten – manchen Musikern stand er offenbar recht nahe, sein Sohn wurde Mercurys Patenkind.

Der Bau der U-Bahn-Station machte hochwertige Tonaufnahmen jedoch unmöglich und das Studio dicht. Eines blieb dem Viertel aber: „Der Arabellapark ist das Stadtteilzentrum Bogenhausens – im ganzen Nordosten gibt es keine vergleichbare Anlage“, sagt Krack. Das zeichnete sich schon vor 50 Jahren ab: 10 000 Arbeitsplätze entstanden im Laufe der Zeit und etliche Cafés und Restaurants eröffneten, auch der Bau des Krankenhauses trug zur Belebung des Viertels bei.

Eine Impression aus der Zeit des Arabellahaus-Baus.

„Ohne Schörghuber wäre das alles nicht entstanden“, erzählt Krack. „Die Stadt hatte eigene Pläne, die sie aber zugunsten seiner revidierte.“ Denn dem Unternehmer ist gelungen, was die Stadt zuvor nicht erreicht hatte: Er überredete auch den letzten von 13 Eigentümern zum Verkauf seines Bodens. 

Die Stadt wollte eigentlich eine reine Wohnsiedlung errichten – analog zur sogenannten Parkstadt I eine Parkstadt II. Erstere war schon gebaut – weil der Boden hierfür seit der Nazi-Zeit in öffentlicher Hand war. 

Ursprünglich hatte Hitler nämlich vorgehabt, hier seinen Lebensabend zu verbringen – auf diesem Teil Bogenhausens, damals „Führergelände“ genannt, wollte er einen prunkvollen, palastartigen Alterswohnsitz erbauen. Doch als 1938 der Krieg tobte, ließen die Nazis die Pläne ruhen. Danach war die Fläche lange Zeit unbebaut und wurde als Schafsweide genutzt.

Hanni Kinadeter

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