Ein unterirdisch-teures Unterfangen

Bogenhausen: Bund möchte ebenerdigen Gleisausbau – Stadt München müsste die weitere Planung für den Tunnel zahlen

Einen Tunnel für den viergleisigen Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen (hier: Bahnhof Englschalking) wünscht sich die Stadt München. Diese würde das Stadtbild optisch weniger zerschneiden und böte laut Reiter oberirdisch weitere Entwicklungsmöglichkeiten.
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Einen Tunnel für den viergleisigen Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen (hier: Bahnhof Englschalking) wünscht sich die Stadt München. Diese würde das Stadtbild optisch weniger zerschneiden und böte laut Reiter oberirdisch weitere Entwicklungsmöglichkeiten.

Der Bund hat sich gegen den Tunnel zwischen Daglfing und Johanneskirchen entschieden. Die Bahn würde die Planung weiterführen, wenn die Stadt München zahlt.

  • Der Bund hat sich beim Ausbau der Bahnstrecke zwischen Daglfing und Johanneskirchen für die ebenerdige Variante entschieden
  • Die Bahn würde den Tunnel aber weiter planen
  • Die Stadt München müsste aber die Kosten für dessen Planung übernehmen

BogenhausenStadtrat, BA, Bürger – sie alle teilen eine Meinung: Im Zuge des viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke zwischen Dagl­fing undJohanneskirchen soll der Zugverkehr künftig durch einen Tunnel geführt werden.

Viergleisiger Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen: Bund will ebenerdige Variante

Diesem Wunsch wurde jedoch ein Dämpfer verpasst: „Der Bund hat uns nun beauftragt, ebenerdig weiter zu planen“, erklärt Bernd Pfeifer, DB-Gesamtprojektleiter Bahnausbau München. Diese sei nach Untersuchung der drei Varianten – ebenerdig, Trog und Tunnel – die beste Methode.

Bernd Pfeifer, DB-Gesamtprojektleiter für den Bahnausbau in München.

Den Unterschied zur unterirdischen Variante machen die bisher geschätzten Kosten von 900 Millionen Euro und die Arbeitsdauer von sechs Jahren. Zum Vergleich: Die Tunnelvariante würde 2,4 Milliarden und zwölf Jahre benötigen.

Viergleisiger Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen: Beide Varianten verbessern Schallschutz

Im Hinblick auf den Schallschutz brächten beide Varianten Verbesserungen mit sich: „Ohne Maßnahmen sind heute knapp 8000 Haushalte vom Bahnlärm betroffen. Mit den Schallschutzwänden der ebenerdigen Ausbauvariante fiele diese Zahl schon auf etwa 1500, der Tunnel würde sie nochmals halbieren“, betont Pfeifer. „Es wird also in jedem Fall leiser als heute.“

Viergleisiger Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen: Stadt München müsste Kosten für Tunnel-Planung übernehmen

Der Bund übernehme die Kosten für die weitere Planung der eben­erdigen Trasse. Der Tunnel sei deshalb aber nicht vom Tisch: „Wir befinden uns seit letztem Jahr in Gesprächen mit der Stadt München bezüglich der Planungsfinanzierung. Gibt sie uns den Auftrag, würden wir diese parallel zur Variante des Bundes weiter vorantreiben.“

Die ebenerdige Variante für den viergleisigen Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen (hier: Bahnhof Englschalking) mit Schallschutzwänden zwischen zwei und sechs Metern Höhe favorisiert der Bund.

So hätte man in zwei Jahren für beide Varianten verlässliche Zahlen, die man erneut vergleichen könnte. Dafür sei die Stadt nach Angaben eines DB-Sprechers bereit, 14 Millionen Euro zu investieren.

Viergleisiger Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen: OB Reiter will Tunnel und ist unzufrieden mit DB und Bund

OB Reiter erklärt auf Hallo-Nachfrage, dass der Tunnel die beste Lösung sei, „weil er gerade für die Anwohner erträglich und auch verkehrspolitisch in Anbetracht der deutlich steigenden Zugzahlen sinnvoll ist.“ Unzufrieden sei er nach wie vor mit der Haltung von DB und Bund, die so tun, als könnten die zukünftigen Zugbewegungen auch oberirdisch abgewickelt werden.

Ende des Jahres möchte die Bahn die Planung vertiefen. Bis dahin hoffe man auf eine Antwort der Stadt, so Pfeifer. Diese soll es dann laut Ingo Trömer vom Planungsreferat geben: „Wir werden dem Stadtrat aller Voraussicht nach die Vereinbarung im Herbst zur Entscheidung vorlegen können.“

Das Thema sorgt seit Jahren für Diskussionen unter den Bürgern in Bogenhausen. Einige von Ihnen forderten einen Referenten von der Stadt. Auch auf der letztjährigen Bürgerversammlung war es ein Thema. Anfang des Jahres musste eine für März geplante Podiumsdiskussion verschoben werden.

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