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Kritik am Staat Katar - Münchner Aktivisten und Journalisten rufen zum Protest auf

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Von: Katrin Hildebrand

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In der gelben Villa an der Oberföhringer Straße ist das Konsulat des Emirats Katar ansässig.
In der gelben Villa an der Oberföhringer Straße ist das Konsulat des Emirats Katar ansässig. © Katrin Hildebrand

Die anstehende Fußball-WM hat der Welt viele Missstände in Katar offengelegt. Jetzt rufen Münchner Aktivisten zum Protest vor dem katarischen Konsulat auf.

Bogenhausen - Dass die Fußball-WM dort stattfindet, stößt seit Jahren auf Kritik. In München wollen nun Aktivisten vor dem Konsulat des Emirats Katar an der Oberföhringer Straße 8 das Regime anprangern – am Samstag, 29. Januar, ab 12 Uhr. Es geht um Menschenrechte und den Umgang mit kritischer Presse.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Viele Missstände, keine Rechte: Proteste sollen Situation in Katar aufzeigen

„Die Regierung von Katar ist kriminell“, sagt Abdallah al-Maliki. „Es gibt keine Demokratie, keine Gleichberechtigung der Geschlechter, Gastarbeiter sind Menschen unterster Klasse.“ Der Journalist ist Bürger des Emirats. 14 Jahre lang durfte er von dort nicht ausreisen. Schließlich gelang es ihm. Seit 2016 lebt er in Deutschland und arbeitete bei der staatlichen katarischen Nachrichtenagentur, bis diese ihm 2021 kündigte. Bei der Kundgebung will er auf Missstände hinweisen.

Abdallah al-Maliki hat nach eigenen Aussagen das katarische Regime als Journalist über Jahre angeprangert.
Abdallah al-Maliki hat nach eigenen Aussagen das katarische Regime als Journalist über Jahre angeprangert. © privat

Auch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte München unterstützt die Veranstaltung. Sprecher Jürgen Thie­rack erklärt: „Die Lage der Arbeiter der WM-Baumaßnahmen ist weltweit in den Medien präsent.“ (siehe Kasten) Zudem stehe der Staat unter Verdacht, Terrororganisa­tionen wie Hamas oder Hisbollah zu finanzieren. Das Verhältnis zu Israel und dem Judentum sei entsprechend fragwürdig.

Münchner Aktivisten und Journalisten rufen auf: Protest vor katarischem Konsulat

Auch erklärt Thierack, dass unbequeme Journalisten bedrängt würden. Ein Fall ist al-Maliki, der eigenen Angaben zufolge immer wieder per Twitter das Regime anprangerte. Schon länger ist sein katarischer Pass ausgelaufen und wurde bis heute nicht verlängert – weder vom Konsulat noch von der Botschaft. Thierack: „Die Regierung versucht offenbar, ihn zu einem Asylantrag zu nötigen. Dann könnte Katar sein Vermögen beschlagnahmen.“ Auch will al-Maliki keinesfalls zurück ins Land, um seinen Pass vor Ort zu beantragten. Er befürchtet, dort ermordet zu werden. Thierack erklärt: „Wir haben keinen Grund, an seinen Angaben zu zweifeln.“

Das katarische Konsulat in München hat sich auf mehrmalige Hallo-Anfrage nicht gemeldet.

Missliche Lage vieler Arbeiter

Menschenrechtler kritisieren den Umgang mit migrantischen Arbeitern in Katar. Das System generiere eine enorme Abhängigkeit dieser Menschen. So sei es für sie ohne Erlaubnis der Chefs schwer, die Stelle zu wechseln. Auch könnten sie nicht einfach das Land verlassen. Laut Amnesty International (AI) habe es zwar Reformversuche gegeben, diese stagnierten jedoch. Die Organisation prangert auch an, dass Tausende Arbeitsmigranten in Katar gestorben seien. Als Ursache vermuten Beobachter die Arbeitsbedingungen.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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