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Künstlerin inszeniert kleine Plastikfiguren lebensecht wie im Urwald – der aber liegt oft mitten in der Stadt

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Von: Katrin Hildebrand

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Christiane Rauert porträtiert Plastik-Tiere wie das amerikanische Faultier vor bayerischen Hintergründen.
Christiane Rauert porträtiert Plastik-Tiere wie das amerikanische Faultier vor bayerischen Hintergründen. © Christiane Rauert

Die Künstlerin Christiane Rauert zeigt kleine Plastikfiguren von exotischen Tieren lebensecht vor einem natürlichen Hintergrund. Aus ihrer Fotosammlung hat sie jetzt ein Buch gemacht.

BOGENHAUSEN Viele Passanten bleiben stehen, wenn Christiane Rauert arbeitet, fragen „Brauchen Sie Hilfe?“, erkundigen sich nach ihrem Befinden. „Einmal lag ich mitten auf einer Schotterstraße, einmal vor einer Pfütze“, erzählt die Buchgestalterin, Grafikerin und Fotografin. „Wenn die Leute erfahren, was ich da tue, müssen sie lachen.“

Christiane Rauert bringt tropische Tiere nach München - in Plastikform.
Christiane Rauert bringt tropische Tiere nach München - in Plastikform. © A.Nestl

Denn die Erklärung ist ganz einfach: Sie fotografiert kleine, täuschend echt aussehende Spielzeugtiere vor scheinbar wilder Kulisse. Jetzt ist aus Christiane Rauerts Werken das Buch „Kleine wilde Tiere“ entstanden, das sie im Eigenverlag herausgibt.

Ihr Buch „Kleine wilde Tiere“ hat Rauert in ihrem eigenen Verlag veröffentlicht.
Ihr Buch „Kleine wilde Tiere“ hat Rauert in ihrem eigenen Verlag veröffentlicht. © Christiane Rauert

Wilde, exotische Tiere in München: Christiane Rauert inszeniert Plastiken von Faultier und Co - und hat daraus sogar ein eigenes Buch gemacht

Die Idee kam der Künstlerin, die im Cosimapark lebt, bei einem Spaziergang in der Nähe von Königsdorf. „Dort gibt es ein verwildertes Gebiet. Am Wegesrand sind mir urtümlich aussehende Pflanzen aufgefallen – Schachtelhalme. Die gab es auch vor Millionen Jahren, waren statt heute 30 Zentimeter bis zu 30 Meter hoch.“

Aus der Beobachtung entstand ihr Projekt, Wiesen, Wäldchen und Parks in Urwälder und Feldwege in Steppen zu verwandeln, lebensecht aussehende Spielzeugtiere darin zu positionieren und zu fotografieren. So sind einzelne Porträts im Münchner Osten entstanden.

Künstlerin begann mit ihrem Projekt im ersten Lockdown - Buch in der Arabella-Buchhandlung erhältlich

„Für das Faultier brauchte ich eine Pflanze, in der es ganz lässig drinhängen konnte“, erzählt die Künstlerin. „Da draußen schlechtes Wetter war, ging ich in ein Daglfinger Gartencenter.“ Dort landete das Plastik-Viecherl hängend im Blauregen. Auf dem Foto sieht die Umgebung aus, wie mitten im Urwald.

Ihr Motiv mit zwei Rotfuchs-Spieltieren im vermeintlich echten, wilden Grün entstand tatsächlich im Park der Bogenhauser Paracelsus Klinik am Fuß eines Baumes. „Kurz darauf sah ich ganz in der Nähe einen leibhaftigen Fuchs, wie er die Stolzingstraße überquerte.“

Die ersten Plastiktiere kaufte Christiane Rauert 2019 auf dem Daglfinger Flohmarkt. Mit dem Fotografieren begann sie allerdings erst im ersten Lockdown: „Es war schönes Wetter und ich hatte Zeit dazu.“ Ihr Buch „Kleine wilde Tiere“ liegt jetzt in der Arabella-Buchhandlung, Rosenkavalierplatz 1, aus. Mit den Spielzeugporträts mag die Künstlerin hierzulande noch eine Exotin sein, in Japan ist dieses Genre aber schon ein echter Renner.

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