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In Giesing entsteht aktuell Münchens neueste Brauerei ‒ Hallo gibt einen Einblick in die Baustelle

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Von: Katrin Hildebrand

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Auf der Baustelle entsteht ein Gebäude im Basilika-Stil.
Auf der Baustelle entsteht ein Gebäude im Basilika-Stil. © Katrin Hildebrand

Mit dem „Münchner Kindl“ soll 2024 eine alte Biermarke wieder auferstehen – Hallo hat die Baustelle der Brauerei besucht und gibt einen Einblick.

Fasangarten - Aus einer Tankstelle wird eine Sudstätte. An der Tegernseer Landstraße 337 wächst derzeit Münchens neueste Brauerei in die Höhe. Auf 4100 Quadratmetern entstehen Getränkemarkt, Wirtshaus, Bier- und Hopfengarten, Pferde- und Bienenweide, Lager, Museum sowie eine Lkw-Durchfahrt. Gebraut wird natürlich auch – mitten im Getränkemarkt. „Aber nur untergärig, kein Alkoholfreies und keine Mixgetränke“, sagt Dietrich Sailer.

In Giesing entsteht aktuell Münchens neuste Brauerei: Hallo gibt einen Einblick in die Baustelle

Gemeinsam mit seinen Söhnen Luis und Leo will der Traunsteiner Gastronom im Frühjahr 2024 das erste „Münchner Kindl“-Bier ausschenken. Die Marke gab es bereits von 1880 bis 1905 in Haidhausen. Zuletzt lagen die Rechte bei Löwenbräu. Von diesem Konzern hat sie Sailer übernommen.

Dietrich Sailer aus Traunstein baut die Biermarke „Münchner Kindl“ wieder auf.
Dietrich Sailer aus Traunstein baut die Biermarke „Münchner Kindl“ wieder auf. © privat

Sein Brauerei-Grundstück liegt neben der Ami-Siedlung. Früher stand dort eine Tankstelle für die einst vor Ort stationierten Soldaten. „Es war komplett bebaut“, berichtet Sailer. „Wir werden nun 1000 Quadratmeter für unsere Grünflächen entsiegeln.“ Aktuell sind diese allerdings noch nicht sichtbar, dafür ist der zweigeschossige Keller fast fertig. Dort entstehen unter anderem ein moderner und ein traditioneller Lagerkeller, ein Gärkeller und Museumsräume.

Außerdem findet eine historische Dampfmaschine von 1906 ihren Platz: Die dazugehörige Kältemaschine wurde von Erfinder Carl von Linde noch persönlich gebaut. „Wenn alles fertig ist, wollen wir den Gästen bei Führungen erklären, wie man aus Hitze Kälte machen kann“, erläutert Sailer. „Das war für die Entwicklung des Brauwesens schließlich ein großer Schritt.“

Im Untergrund der Baustelle wurde Platz für eine Kältemaschine und Raum für einen modernen Lagerkeller geschaffen.
Im Untergrund der Baustelle wurde Platz für eine Kältemaschine und Raum für einen modernen Lagerkeller geschaffen. © privat

Bis eröffnet wird, dauert es noch. In den kommenden Wochen wird das Gebäude allmählich in die Höhe wachsen. Zwei Geschosse sind geplant. Stilistisch sollen sie an die Industriebauten des 19. Jahrhunderts erinnern. „Außen verwenden wir Backstein, innen Beton“, erklärt der Chef. Die fertige Brauerei soll die Form einer dreischiffigen Basilika erhalten – ein hohes Mittelschiff und zwei niedrigere Seitenschiffe.

Doch nicht nur baulich setzen die Sailers auf Tradition. Es wird unter anderem Holzfass-Bier geben, welches auch direkt mitgenommen werden kann oder mit dem alten Pferdefuhrwerk ausgefahren wird. Die dazugehörigen Percheron-Wallache gibt es bereits. Sie heißen Benno und Robert und werden aufs Gelände ziehen, wenn alles fertig ist. Dort bekommen sie dann einen Offenstall mit Auslauf. Derzeit suchen die Sailers zusätzlich nach einer großen Weide, damit sich die Tiere einmal die Woche richtig austoben können – so viel Grün vor Ort gibt’s dann leider doch nicht.

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