Brisanter Betkreis?

Nach Kundgebung am Weißenburger Platz: „Abba Vater“ wird Queerfeindlichkeit vorgeworfen

Am Weißenburger Platz trat die Gruppe im Juli auf.
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Am Weißenburger Platz trat die Gruppe im Juli auf.
  • VonKatrin Hildebrand
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Bei einer Rede der Betgruppe „Abba Vater“ sollen queerfeindliche Äußerungen gefallen sein. Die Stadt wird aufgefordert den Betkreis zu prüfen.

Aa-Haidhausen - Die Gemeinschaft trifft sich schon länger im öffentlichen Raum. Aufgefallen ist die Betgruppe „Abba Vater“ nun bei einer Kundgebung am Weißenburger Platz unter dem Motto „Zurück zum Glauben, zurück zu Gott.“

BA-Mitglied Jürgen Fischer (Linke) war vor Ort und berichtet, ein Redner habe sich „betont ausgrenzend“ über Schwule und Lesben geäußert: „Mich hat es entsetzt, es war zum Davonlaufen.“

Die Rede sei seiner Einschätzung nach „geeignet, autoritär und gegebenenfalls gewaltbereit aufgestellte Personen“ unter gewissen Umständen zu animieren, Menschen aus der LGBTIQ*-Szene nicht nur verbal anzugreifen.

Die Linke stellte im BA nun einen Antrag, in dem die Stadt zur stärkeren Prüfung und etwaigem Verbot solcher Versammlungen aufgefordert wird.

Jürgen Fischer, Mitglied vom BA Au-Haidhausen.

Der Antrag wird auf Wunsch des BA nun von den Beauftragten gegen Rechtsextremismus überarbeitet und dem Gremium im September neu vorgelegt. Für die nächste Kundgebung von „Abba Vater“ käme er allerdings zu spät: Die soll laut KVR am 28. August am Wiener Platz stattfinden.

Die städtische Fachstelle für Demokratie bestätigt gegenüber Hallo, dass bei diesen Veranstaltungen „antifeministische und LGBTIQ*-feindliche Inhalte verbreitet“ würden. Der Betkreis vertrete ein traditionalistisches Frauenbild und lehne Abtreibungen strikt ab.

Auch die Fachinformationsstelle Rechtsextremismus beobachtet „Abba Vater“ seit einigen Jahren: Die Gruppe mit Sitz in Milbertshofen vertrete einen starken Mystizismus, kritisiere teils die Covid-Infektionsschutzmaßnahmen und bagatellisiere den Holocaust.

„Abba Vater“ dagegen bestreitet jegliche Queerfeindlichkeit: „Wir sind Christen und würden nie über Menschen ,herziehen‘, auch nicht über sexuell anders orientierte.“

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