Dieses Modellprojekt soll auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden

München barrierefrei? Der lange Weg zur Inklusion

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Das Modellprojekt „Giesing wird inklusiver“ soll künftig auf das gesamte Münchner Stadtgebiet ausgeweitet werden.

München – Bis zur vollständigen Barrierefreiheit ist es in München noch ein gutes Stück – etwas näher rücken soll deren Erreichung jetzt durch die Ausweitung des Modellprojekts „Giesing wird inklusiver“

Zwei Jahre lief das Modellprojekt „Giesing wird inklusiver“ – mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Der Sozialausschuss des Stadtrats debattiert jetzt darüber, wie das Modellprojekt auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden kann.

Projektleiter Sven Siebert besteht darauf, vor allem betroffene Bürger zu Wort kommen zu lassen.

Die Prämisse: Stadtweite Inklusion erfordert verschiedene Lösungsansätze in den verschiedenen Vierteln, so das Sozialreferat. Das soll sich in der Stadtteil-Politik zeigen: In allen Bezirksausschüssen sollen Behindertenbeauftragte ernannt werden. Der Behinderten-Beauftragte der Stadt, Oswald Utz, begrüßt das: „Damit München inklusiver wird, muss kleinräumig gedacht werden.“

Wesentlich dabei: die Betroffenen selbst zu Wort kommen zu lassen. „Sie wissen viel besser als alle anderen, was sie brauchen“, erklärt Projektleiter Sven Siebert. Denn: „Zu oft wird bei der Barrierefreiheit vor allem an Rollstuhlfahrer gedacht.“ Gehörlose, Blinde, Menschen mit Sehschwächen oder kognitiven Einschränkungen werden oftmals nicht berücksichtigt. Das führt zu Problemen: Es fehlen Blindenführungslinien, ausreichendes Licht, Braille-Schrift, passende Toiletten oder verständliche Texte. Probleme, die in Giesing im Rahmen des Projekts etwa im Harlachinger Schwimmbad, an verschiedenen Blindenampeln oder beim Stadtteilfest „Ois Giasing“ behoben werden konnten.

Nicht nur Menschen mit Behinderungen profitieren davon, so Siebert. „Man muss nicht einen Behindertenausweis haben, um im Alltag auf Schwierigkeiten zu stoßen.“ Mütter und Väter mit einem breiten Kinderwagen bräuchten genauso einen Lift wie ein Rollstuhlfahrer, älteren Personen mit Sehschwäche helfen gut sichtbare Markierungen und Schriften.

Sebastian Obermeir

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