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München: Bezirksausschuss will wieder autofreie Sonntage einführen

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Von: Katrin Hildebrand

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Freie Bahn für Radler und Fußgänger? Der BA will die Idee des 
autofreien Sonntags prüfen lassen.
Freie Bahn für Radler und Fußgänger? Der BA will die Idee des autofreien Sonntags prüfen lassen. © Klaus Haag

Um dem Klimawandel entgegenzuwirken und sich von russischem Gas abwenden zu können, schlug ein Bürger im BA autofreie Sonntage vor. Die Stadt prüft den Vorschlag.

AU-HAIDHAUSEN Es ist eine Utopie. Doch die Lokalpolitik will daran festhalten. Der BA Au-Haidhausen fordert auto­freie Sonntage im Stadtviertel ein: Das Mobilitätsreferat (MOR) solle prüfen, ob so etwas möglich sei.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Der Originalantrag stammt von einem Haidhauser Bürger. Michael Droß ist promovierter Raumplaner und schlug dem Viertelgremium nun vor, im gesamten Bezirk drei Monate lang an allen Sonntagen das Autofahren auszusetzen. „Aktueller Auslöser für die Idee ist der Ukrainekrieg“, erklärte er auf Hallo-Nachfrage.

Autofreie Sonntage im Viertel: Bürger will autofreien Tag für Energie- und Klimawandel

„Er wirkt wie ein Brennglas und macht sehr deutlich, dass wir Energie von einem verbrecherischen Staat beziehen. Auch andere Lieferanten wie Katar sind nicht gerade für die Einhaltung der Menschenrechte bekannt. Daher müssen wir meiner Einschätzung nach sehr schnell handeln.“

Doch geht es ihm um mehr: Droß ist grundsätzlich in Sachen Verkehrswende aktiv. „Deutschland hat seine Klimaziele für 2021 verfehlt. Dabei wissen wir seit den 1980er-Jahren vom Klimawandel.“

Inhaltlich stieß der Antrag bei allen Fraktionen auf großes Interesse. Martin Wiesbeck (Grüne) sagte: „Eine gute Idee. Ich kann mich noch lebhaft an die autofreien Sonntage erinnern, auch wenn ich damals ein Kind war.“ Fraktionskollege Arnošt Štanzel riet, die autofreie Zone auf das Franzosenviertel zu beschränken. „So betrifft es keine Durchgangsstraßen.“

Autofreie Sonntage im Viertel: Lob und Tadel für Bürger-Vorschlag

Brigitte Wolf (Linke) betonte die große Bedeutung des Klimaschutzes, gab jedoch zu bedenken, dass es „wohl keine rechtliche Grundlage für die Stadt gebe, ein Fahrverbot zu erteilen“. Auch SPD und CSU begrüßten den Antrag .

„Es ist ein wichtiges Zeichen“, sagte BA-Chef Jörg Spengler auf Nachfrage. „Die Stadt München kann etwas machen. Andere Städte könnten das Thema aufgreifen.“ Spengler betrachtet potenzielle autofreie Tage nicht als Verlust. „Wir müssen nicht in die Berge fahren. Unser Viertel ist so schön, wir können den Tag auch vor Ort genießen.“

BA-Chef Jörg Spengler
BA-Chef Jörg Spengler © privat

Das MOR sagte gegenüber Hallo: „Für die Umsetzung von auto­freien Sonntagen gibt es aktuell keine rechtliche Grundlage. Hier müsste der Bund tätig werden. Möglich wären für die Landeshauptstadt aktuell nur Aufrufe zum freiwilligen Verzicht.“

Autofreier Sonntag

Der Begriff wurde 1973 in Westdeutschland populär. Damit reagierte der Staat auf die Ölkrise. An vier Sonntagen im November und Dezember galt – bis auf wenige Ausnahmen – ein allgemeines Fahrverbot. Die rechtliche Grundlage dazu hatte der Bundestag geschaffen: Er erließ mit Zustimmung des Bundesrates das Energiesicherungsgesetz.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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