Für Leute in Not und Nachbarn

Soziales Café und Bürgertreff am Paulaner-Gelände ‒ Ökumenischer Verein gründet „JoMa“

Anne Lenhard, Julia Schroll und Dieter Rippel (v. l.) sind stolz auf das frisch eingerichtete „JoMa“.
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Anne Lenhard, Julia Schroll und Dieter Rippel (v. l.) sind stolz auf das frisch eingerichtete „JoMa“.
  • VonKatrin Hildebrand
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Der Ökumenische Verein „Johannes und Maria - Begegnung in der Au“ hat mit dem Café „JoMa“ auf dem Paulaner-Areal eine neue soziale Anlaufstelle gegründet.

Obere-Au - Die Neubauten gelten als luxuriös. Eine Wohnung mit 100 Quadratmetern und zwei Terrassen kostet 1,8 Millionen Euro. Doch nicht alle Menschen am „Nockherberg Süd“, wie der Bauherr das Areal nennt, sind reich. „Es gibt bis zu zehn Prozent Wohnungen mit einkommensorientierter Förderung“, sagt Dieter Rippel. „Und in den Altbauten ist das Klientel sowieso gemischt.“

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Ökumenische Zusammenarbeit: Kirchengemeinden gründen Anlaufstelle „JoMa“

Rippel ist Vorstandsmitglied des Vereins „Johannes und Maria – Begegnung in der Au“. Dieser ist Träger einer Anlaufstelle im Viertel, die am Montag, 2. Mai, im Neubau an der Regerstraße 70 eröffnet: Das „JoMa“ ist zugleich alkoholfreies Caféhaus, Imbiss, soziale Anlaufstelle für Menschen aus der Nachbarschaft sowie solche, die Hilfe und ein offenes Ohr suchen. Fortan ist es Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Idee zu „JoMa“ ist alt. Sie fußt auf der langjährigen freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der evangelischen Johanneskirche in Haidhausen und der katholischen Maria­hilfkirche in der Au. Aus dem ökumenischen Miteinander entstand der Plan, ein gemeinsames Bürgercafé zu gründen. Dessen Name setzt sich aus den Anfangssilben der beiden Kirchenpatrone zusammen: Jo für Johannes, Ma für Maria.

Neubaugebiet auf Paulaner-Gelände: Ehrenamtlicher Verein schafft Café und Veranstaltungsort

„Eigentlich wollten wir einen richtigen Nachbarschaftstreff“, erklärt Anne Lenhard, ebenfalls Mitglied des Trägervereins und wie Rippel im Vorstand von St. Johannes. Doch dafür erfüllte das Paulaner-Neubaugebiet nicht die Auflagen. Also wurde der Verein gegründet. Die Stadt trägt für diesen 81 Prozent der laufenden Kosten – 110.000 Euro pro Jahr für die Miete der 123 Quadratmeter und das Personal. „Wir bekommen die Förderung, weil wir hier Aufgaben der Kommune übernehmen“, erklärt Rippel.

Die übrigen Gelder erhält „JoMa“ von den beiden Kirchen. „Wir vom Verein sind Ehrenamtler. Für Küche und Café brauchen wir aber Profis.“ So läuft die Gastro als Eigenbetrieb über die Diakonia. Konsumzwang gibt es vor Ort nicht, dafür eine bewusst soziale Preisgestaltung. Die zwischenmenschliche Arbeit wird von der Caritas übernommen. Julia Schroll ist als Sozialpä­dagogin vor Ort: „Wenn Gäste in bestimmten Bereichen Probleme haben, weiß ich sofort den richtigen Ansprechpartner, egal, ob es um Schuldnerberatung, Familienhilfe, Einsamkeit oder Gesundheit geht.“

Daneben sieht sich das „JoMa“ als Ausprobierraum. So soll es neben Geselligkeit im Café und Hilfestellung auch Workshops und Veranstaltungen geben. Schroll sagt: „Jeder kann Vorschläge einbringen.“

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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