Jetzt wird weiter saniert

Münchner Amisiedlung bleibt: Der Verkauf ist geplatzt - Mieter können aufatmen 

Aktuell saniert die Bima den umstrittenen Leerstand an der Cincinnatistraße.
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Aktuell saniert die Bima den umstrittenen Leerstand an der Cincinnatistraße.
  • Marie-Julie Hlawica
    VonMarie-Julie Hlawica
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Die Amisiedlung im Münchner Südosten wird nicht verkauft. Nun können die Mieter aufatmen. Die Sanierungen gehen weiter.

Fasangarten - Über Jahre wurde Wohnraum nicht genutzt, es gab Renovierungsstau: Der Eigentümer der „Amisiedlung“, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) wollte den rund 1230 Wohnungen umfassenden Komplex verkaufen.

Das ist endgültig vom Tisch, die Mieter können aufatmen. Man hat sich mit der Stadt geeinigt, eine Machbarkeitsstudie soll jetzt das Potential des Areals ökologisch und ökonomisch strukturieren und entwickeln.

Thomas Majer, Sprecher der Bürgerinitiative Amisiedlung, bleibt verhalten: „Hier in der Siedlung wurde schon privatisiert, Wohnblöcke an private Eigentümer verkauft. Doch wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum, besonders auch genossenschaftliches Wohnen.“

Immerhin ist die Ami-Siedlung ein Stück Geschichte Münchens: Mit dem Abzug der Amerikaner wurde Wohnraum für Münchner frei, 1995 begann man, die alten Wohnblöcke zu sanieren. Neue Böden und Bäder, aufgesetzte Balkone werteten die in die Jahre gekommenen schlichten Bauten auf, bei Mietpreisen von zehn bis elf Euro pro Quadratmeter entspricht das dem Münchner Mietspiegel.

Aktuell saniert die Bima den umstrittenen Leerstand an der Cincinnatistraße, will diesen zum Halbjahr 2021 neu vermieten. Thomas Majer: „Sollte die Bima in den nächsten Jahren doch wieder veräußern wollen, muss sich die Stadt die Vorkaufsrechte sichern und nutzen.“

Die Verwandlung des Areals

Die Straßennamen sind Zeuge: US-Amerikanische Präsidenten oder Bundesstaaten galten als Paten im 1953 neu angelegten Wohnareal. Die Bauplanung erfolgte im Auftrag des Amtes für Verteidigungslasten durch das Staatliche Bauamt.

Auf einer eigens dafür abgeholzten Waldfläche des Perlacher Forstes entstanden rund Wohnkomplexe um den Wohnraumbedarf der damaligen amerikanischen Besatzungssoldaten zu decken. Mit Schulen, General-Stores, Kino oder US-Restaurants war dieses Areal nur für Angehörige der US-Streitkräfte zugänglich.

Nach dem Abzug der Amerikaner 1991 übernahm 1995 die Bima die Gebäude. Heute leben in der „Amisiedlung“ rund 5000 Münchner. 

Hinter dem Gasteig: Altes Klohäuschen soll vor Verfall gerettet werden – neue Nutzung noch offen

mjh

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