Durchs Jahr geklickt - das war unser 2020

Hallo-Rückschau: Diese Themen haben die Leser aus dem Münchner Osten 2020 am meisten interessiert

Ali Cukur (li.) fasste den Entschluss, mit seinen Boxlöwen in die Bundesliga zu gehen.
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Ali Cukur (li.) fasste den Entschluss, mit seinen Boxlöwen in die Bundesliga zu gehen.
  • vonHanni Kinadeter
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Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter dem Münchner Osten. Das zeigt auch unser Jahresrückblick. Welche Geschichten darin vorkommen, haben Sie mitbestimmt: Es sind die Themen, die auf unserer Homepage www.hallo-muenchen.de am meisten gelesen wurden.

Boxer, Brauerei und Baustelle

Gleich im Januar bewegte diese Geschichte etliche Leser: Vier Münchnerinnen haben es nicht nur in die Nationalmannschaft geschafft, sie durften sogar bei der WM in den USA Deutschland im Cheerleading vertreten. Doch es gab ein Problem: Ihnen fehlte die finanzielle Unterstützung. Über ein Crowdfunding wollten sie die zusätzlich benötigten 2000 Euro erzielen. Zwar erhielten die Cheerleader dann einige Unterstützung – doch Corona-bedingt musste die WM abgesagt werden.

Den Münchner Nordosten beschäftigte im Januar außerdem ein Projekt, das die Zukunft des Viertels prägt: Die Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme (SEM). Im Januar hatte eine Jury aus 45 Entwürfen drei Sieger gewählt. Ursprünglich war geplant, dass der Stadtrat noch 2020 einen der drei Sieger auswählt und die Idee ankauft. Doch nun heißt es von Seiten der Verwaltung, dass 2021 entschieden wird.

Brauerei statt Tankstelle

Im Februar traf Dietrich Sailer mit seinem Bauvorhaben, eine Münchner-Kindl-Brauerei an der Tegernseer Landstraße 337 zu errichten, einen Nerv – der Beitrag dazu wurde etliche Male geklickt. Viertelpolitiker sprachen sich dafür aus, den Bau einer Brauerei zu genehmigen, die geteerte Fläche dort zu entsiegeln und zu bepflanzen. Jedoch musste dafür der Flächennutzungsplan geändert werden. Was für einige Wochen unklar war, löste sich im Juni auf: Da stimmte der Stadtrat schließlich mit deutlicher Mehrheit zu. 2021 soll der Bau beginnen.

Ebenfalls im Februar: Das neue Sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ) an der Agilolfingerstraße 1 feierte Richtfest. Inzwischen ist der Bau fertig und die Bewohner sind im Oktober umgezogen.

Boxlöwen gehen in die erste Liga

Hoch her ging es im März auch bei den Boxlöwen. Trainer Ali Cukur hatte sein Ziel deklariert: „Wir müssen in die erste Liga.“ Der Wunsch ist auch in Erfüllung gegangen: dank der vielen Spenden, die mittels einer Crowdfunding-Kampagne eingingen, hatte die Boxabteilung des TSV 1860 bald genügend Gelder für eine Anmeldung beisammen. Ali Cukur meldete seine Mannschaft – als einzige aus ganz Bayern – auch für die Bundesliga an. Nur Corona hat den Boxern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Kämpfe wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Im Dezember hat der Stadtrat schließlich gefordert, die Boxlöwen bei der Suche nach einer neuen Bleibe zu unterstützen.

Wohnung im fremden Wohnwagen

 Eine skurile Nachricht stieß im April auf großes Interesse: Die Polizei kam zwei Männern auf die Schliche, die in einem fremden Wohnwagen in der Cosimastraße „wohnten“. Ein 53-Jähriger machte die Polizeibeamten darauf aufmerksam, dass sich in seinem Wohnwagen möglicherweise Unberechtigte aufhalten. Der Mann sollte Recht behalten. Zwei Männer hatten den Wohnwagen besetzt. Der Eigentümer stellte fest, dass ein Gasschweißgerät, eine Seilwinde, eine Gasflasche sowie 6 Flaschen Wasser fehlten. Die beiden Männer wurden wegen Verdacht des Diebstahls vorläufig festgenommen.

Neue BA-Besetzung

Im Mai trafen sich die neu oder erneut gewählten BA-Mitglieder zu den konstituierenden Sitzungen. Seither gibt es zum Teil neue Mehrheitsverhältnisse in den Vierteln. Den BA Au-Haidhausen leitet nun Jörg Sengler von den Grünen, auch in Untergiesing-Harlaching ist der BA-Vorsitz in grüner Hand. Sebastian Weisenburger ist nun BA-Chef. Kontinuität stattdessen in Obergiesing-Fasangarten. Hier leitet Carmen Dullinger-Oßwald, ebenfalls von den Grünen, weiterhin die Geschicke des Gremiums. In Bogenhausen hat mit Florian Ring nun die CSU den Vorsitz inne. 

Tierpark insolvent?

Im Juni ließ eine erfreuliche Nachricht Dult-Liebhaber jubeln: Es wurde bekannt, dass das „Russenrad“, das kleine Nostalgie-Riesenrad von der Auer Dult, gerettet werden kann.

Das Russenrad auf der Auer Dult konnte gerettet werden.

Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Einschränkungen stürzten den Tierpark Hellabrunn in eine Krise. Ebenfalls im Juni gab Tierpark-Chef Rasem Baban bekannt, Hellabrunn stehe vor der Insolvenz. Nach zweimonatiger Schließung während des ersten Lockdowns und der Obergrenzen an Besuchern kam nicht mehr genug Geld in die Kassen. Die Stadt München beschloss schließlich ein Rettungspaket. Weder Tierpark noch Stadt äußerten sich zur Höhe der Zuwendung. Angesichts des Finanzbedarfs wird von einer höheren einstelligen Millionensumme ausgegangen. Im Zuge des zweiten Lockdowns gehe es dem Tierpark laut einer Sprecherin „den Umständen entsprechend“. Die Versorgung der Tiere und die Stellen der Mitarbeiter seien gesichert. Zu den Plänen für das Jahr 2021 konnten noch keine Aussagen getroffen werden.

Der Tierpark Hellabrunn wurde im Juni vor der Insolvenz gerettet.

Wanbemalung in Giesing

Kreativität war bis Mitte Juli von den Giesingern gefordert: Für eine neue Wandbemalung an der Silberhornstraße 6 riefen der Stadtteilladen und der Verein Real die Bürger auf, Ideen einzureichen. Der Künstler Frank Cmuchal hat inzwischen einen Entwurf ausgearbeitet, der im Detail im neuen Jahr vorgestellt werden soll. 

Land unter

Nach starken Regenfällen im August stieg der Wasserspiegel der Isar massiv an. Die Isarauen waren komplett überschwemmt, Wege und Brücken mussten teils gesperrt werden. Die Stadt hat die Schäden an den Ufern im Sommer repariert.

Die Isar war im August komplett überschwemmt.

Gans viele Beschwerden

Kurz nach der Eröffnung des Kulturcafès „Gans woanders“ hagelte es im September erste Beschwerden von Anwohnern. Zu Unrecht, wie Julian Hahn, der das Café mit Florian Jund und Philipp Behringer betreibt, fand: „Es gab schon Beschwerden, bevor wir eröffnet haben – das ist unsinnig.

Kran stürtzt zusammen

Am Arabellapark sind im Oktober zwei Personen beim Abbau eines Krans verletzt worden. Der Ausleger des Kranes war zuerst auf ein Flachdach gedonnert, dann aber an der Kante des fünfstöckigen Gebäudes abgeknickt und bis auf die Straße gekracht. Zeugenaussagen zufolge war der zweite Verletzte einen Teil der Strecke gemeinsam mit dem Ausleger abgestürzt, dann aber mindestens zehn Meter im freien Fall in einen oben offenen Baustoffcontainer geflogen. Feuerwehr und Rettungsdienst waren vor Ort mit einem großen Aufgebot im Einsatz. Die Kriminalpolizei nahm schließlich die Ermittlungen auf.

Überfall im November

Auf dem Weg nach Hause wird im November ein Münchner von drei Männern überfallen. Nach den ersten Schlägen ins Gesicht flieht er, wird von den Tätern aber wieder eingeholt. Die Polizei suchte Zeugen. 

Gute Nachrichten zum Jahresende

Eine Nachricht, die im Dezember, große Wellen schlug: Der Stadtteilladen in der Tegernseer Landstraße 113 bleibt erhalten. „Nach zwei Jahren, in denen wir um das Büro gekämpft haben, ist das ein großer Erfolg für uns“, sagt Carmen Dullinger-Oßwald, Chefin im BA 17 (Grüne). Ab 2021 übernimmt Quarter M den Stadtteilladen, gewissermaßen als zweiten Nachbarschaftstreff. „Wir vom BA werden ab kommendem Jahr das Projekt auch bezuschussen“, kündigt Dullinger-Oßwald an. Der Förderzeitraum der „Sozialen Stadt Giesing“, der bis aufs Äußerste verlängert worden war, läuft nun endgültig aus. Doch der Stadtrat hatte Anfang Dezember entschieden, den Stadtteilladen mit einer Stelle sowie 45 000 Euro für Sachmittel zu finanzieren. „Stadtweit ist es das erste Mal, dass so ein Büro dauerhaft erhalten bleibt“, freut sich die BA-Chefin. „Jetzt kann das Netzwerk, das in den vergangenen 15 Jahren aufgebaut wurde, erhalten bleiben.“

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