„Mein Job ist es, Hunden zu helfen“

Das ist die erste auch mobile Welpenklappe Deutschlands. Foto: privat

Einem Hundebaby kann (fast) niemand widerstehen. Doch was, wenn das ach so süße Hündchen Probleme bereitet und doch nicht in den Berufs- und Familienalltag passt? In Bogenhausen bietet der Hundetrainer Kevin Harris nun eine anonyme Abgabemöglichkeit für die kleinen Vierbeiner an: Die erste mobile Welpenklappe Deutschlands.

Es ist das gleiche Prinzip wie es die Babyklappen haben. Nur sind es hier Hundebabys, die anonym und tiergerecht abgegeben werden können. Kevin Harris will so verhindern, dass die Welpen ausgesetzt oder gar getötet werden. Den Weg ins Tierheim würden die Leute oft scheuen. „Aus Scham und Angst vor unangenehmen Fragen“, weiß Hundeprofi Harris. Deshalb hat er nach einer Möglichkeit gesucht, einen jungen Hund ohne langatmige Rechtfertigung abgeben zu können. „Besser als ihn auszusetzen oder gar wegzuschmeißen.“ Der Hund kann nichts dafür Der Ire ist studierter Tierpsychologe und betreibt nahe des Prinzregentenplatzes eine Hundeschule namens „Dogconsulting“. „Mein Job ist es, Hunden zu helfen.“ Auch den ganz Kleinen, für die er ehrenamtlich die Welpenklappe betreibt. „Die Tiere sind schließlich unschuldig an der Situation, der Hund kann nichts dafür.“ Harris will dem „besten Freund des Menschen“ so auch etwas zurückgeben. „Ich verspreche, mein Möglichstes zum Wohl des Tieres zu geben.“ Tatsächlich geht es dem Welpen in der Klappe recht gut. Nach dem Öffnen der Kiste springt automatisch eine Heizung im Inneren an. Außerdem wird über einen Sensor eine Alarm-SMS an das Handy von Harris gesendet. Der saust dann sofort – bei Tag und Nacht – los, um das Hundekind wieder aus der Kiste zu holen und zu versorgen. Vier Hunde wurden mittlerweile auf diese Art bei ihm abgegeben. „Scherzbolde“ Zur Klappe wurde Harris aber schon sehr viel öfter gerufen. Zweimal lagen Igel drin, einmal junge Mäuse. „Aber es ist wirklich nur für Hundebabys“, betont er. Regelmäßig findet Harris Müll darin, den einige „Scherzbolde“ in die Klappe stecken. „Diese Späße sind gemein“, ärgert sich der Ire. Zumal einige ihre zusammengeknüllten braunen Papiertüten offenbar absichtlich unter die in der Kiste liegende Decke stecken. Auf den Fotos, die die beiden kleinen Infrarot-Kameras im Inneren der Klappe an Harris’ Handy senden, kann man dann nicht eindeutig erkennen, ob es sich nicht doch um ein Hundekind in Not handelt. Bevor der Hundetrainer den Welpen ein neues Zuhause vermittelt, bringt er sie erst noch zum Gesundheitscheck zum Tierarzt. Außerdem recherchiert er, ob es sich nicht um einen verloren gegangenen Hund handelt. Manchmal verlässt die Welpenklappe auch ihren Standort an der Prinzregentenstraße 91. Man kann die auf ein Lastenrad montierte Holzkiste nämlich auch per anonymer Nachricht an Harris an einen anderen Standort bestellen. Damit ist sie deutschlandweit die erste auch mobile Welpenklappe. Carmen Ick-Dietl

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