Meeresräuber im Klassenzimmer

Die Aufregung ist groß, als die heiß ersehnten Eier endlich da sind. Bevor sie ins Aquarium gesetzt werden, dürfen die Kinder ihre Schützlinge erst einmal von allen Seiten betrachten. Foto: Linda J.

Fasziniert starrt die Klasse 2b der Phorms-Schule Bogenhausen auf ein kleines Becken, in dem sich ein sonderbares Ding befindet. Es handelt sich um das Ei eines kleingefleckten Katzenhais. Und als ob das nicht spannend genug wäre, kann man sogar den kleinen Embryo im Inneren zappeln sehen.

So viel Aufregung kann natürlich nur eines bedeuten. Die 2b hat den alljährlichen Wettbewerb des Großaquariums Sea Life gewonnen. Dabei ging es darum, sich auf möglichst kreative Weise mit dem Thema Haie auseinander zu setzen. Jeder der acht Sea Life Standorte würde dann aus allen Einsendungen eine Gewinnerklasse wählen, der ein Aquarium mit mehreren Eiern in Obhut gegeben werden sollte. Feuer und Flamme Mit dieser Aussicht war die Begeisterung natürlich groß. Die Idee kam zwar von den Lehrern, doch sie schlug bei den Schülern rasch Wellen und bald fieberte die ganze Schule mit. Schnell war ein Bewerbungsprojekt gefunden. Die Klasse hatte zuvor eine Geschichte von einem Indianer und einem Hai gehört, das passte natürlich hervorragend. So bastelten die Schüler alle zusammen einen Totempfahl, der die Geschichte von der Begegnung zwischen Mensch und Hai erzählte. Die gute Nachricht In einem Fotoalbum dokumentierten sie, wie das Kunstwerk entstand. Schließlich konnte sich die Klasse mit ihrer tollen Idee und besonderen Motivation gegen die 56 anderen Bewerber durchsetzen und erhielt die großartige Nachricht: „Ihr seid Hai-Sitter 2012“. Viel zu tun Für die nächsten sechs Wochen, bis zum Schlüpfen der Jungtiere, sind die Kinder für das Wohl der insgesamt sieben Hai-Embryonen verantwortlich. Da gibt es viel zu beachten. Serdar Karagöz, Aquarist des Sea Life, erklärte den kleinen Hai-Sittern genau, was zu tun ist. Jeden Tag müssen Wasserwerte und Temperatur gemessen und die Eier genau beobachtet werden, ob es auch keine Risse gibt. Dann wird das Tages-Protokoll an das Team vom Sea Life geschickt. Einsatz am Wochenende Auch am Wochenende rücken die Hai-Mamas und Hai-Papas an, um sicherzustellen, dass bei ihren Schützlingen alles in Ordnung ist. Zusätzlich warten jeden Tag Quizfragen auf die Kinder und es sind drei größere Aufgaben zu bewältigen. Alles natürlich zum Thema Haie. Die Klasse, die bei diesen Aufgaben besonders viel Motivation zeigt, darf sich am Ende des Projekts auf eine Überraschung freuen. Haie in Gefahr Ziel des Projekt ist es zum einen, den Kindern Verantwortung für kleine Lebewesen zu übertragen und zum anderen, auf die Situation der Haie aufmerksam zu machen. Denn die Räuber sind stark gefährdet und falschen Vorurteilen ausgesetzt. Jedes Jahr werden rund 200 Millionen Haie von Menschen getötet. Falscher Ruf Ihnen eilt ein Ruf als gefährliche Killer voraus, der keineswegs berechtigt ist. Die Kinder lernen die Tiere, die von vielen gefürchtet werden, jetzt von einer ganz neuen, spannenden Seite kennen. Linda Jessen

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