Maria Urban unterrichtet seit 30 Jahren

„Mathe-Göttin“ aus Giesing erhält den Lehrerpreis

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"Eventuell bekommst Du die Göttin der Mathematik, Frau Urban, dann wirst Du Mathe lieben, ich versprech’s Dir." Spätestens wenn die Mathe-Lehrerin so etwas liest, freut sie sich auf einen neuen Tag am München Kolleg.

Giesing - Für die Einen ist es ein Graus, für Lehrer wie Maria Urban ist Mathematik wie ein offenes Buch. Mit Hallo spricht sie über ihr Fach und wie sie es den Schülern am liebsten beibringt

2019 könnte Maria Urban in Pension gehen. Als Lehrerin unterrichtet sie schließlich weit über 30 Jahre im Schuldienst in der Landeshauptstadt. Doch von Ruhestand will die 62-jährige Münchnerin noch lange nichts wissen. „Ich gehe jeden Tag gerne in die Schule – und das, seitdem ich Kind bin“, lacht sie. „Mein Beruf erfüllt mich bis heute. Ich liebe die Mathematik.“ Mit ein Grund, warum sie jetzt vor dem Deutschen Philologenverband zur besten Lehrerin Münchens in der Sparte „innovativer Unterricht“ gekürt wurde – auf Vorschlag ihrer Schüler. „Schon im Alter von zehn Jahren wusste ich, dass ich Lehrerin werden will. Ich habe es keinen einzigen Tag bereut“, erzählt sie begeistert.

Nach dem Mathematik-Studium unterrichtete sie an der Berufsoberschule. Doch seit 15 Jahren bringt sie am München Kolleg in der Schlierseestraße Erwachsenen zwischen 20 und 40 Jahren auf dem zweiten Bildungsweg zum Abitur, gibt die Fächer Mathematik und Wirtschaft. Stillstand mag sie selbst nicht: Urban bildet sich in ihren Fächern immer weiter, um Schüler auf dem aktuellsten Stand zum Lehrplan zu unterrichten, probiert neue Erklärungsansätze, wenn einem Schüler etwas unverständlich erscheint. Seit 2011 koordiniert sie am München Kolleg sogar die ganze Oberstufe, macht Stundenpläne, organisiert Veranstaltungen wie den Tag der offenen Tür. Zusätzlich zu den Sprechstunden ist sie per E-Mail privat erreichbar, für alle Schüler. Zuviel wird ihr das nicht. Dabei hat sie in den Gymnasial-Jahren fast 4000 Münchner bis zum Schulabschluss begleitet.

Schule war für Urban schon immer erholsam

Als Kind arbeitete sie im elterlichen KFZ-Betrieb, merkte: „Schule war für mich im Gegensatz: erholsam.“ Wie gut ihre Berufswahl war, liest sich im Internet so: „Eventuell bekommst Du die Göttin der Mathematik, Frau Urban, dann wirst Du Mathe lieben, ich versprech’s Dir.“ Das ist Balsam für die Lehrerseele! Ihre Stärke? „Für Kritik bin ich offen – ich bin ja nicht unfehlbar. Außerdem habe ich große Hochachtung vor denen, die vor mir im Klassenzimmern sitzen. Sie haben sich nach Ausbildung und Beruf, meist mit Familie oder alleinerziehend, für weitere Bildung entschieden.“ Benötigt ein Schüler Hilfe, hat Urban ein Fach-Team, das sie hinzuzieht. „Besonders, wenn die Note, die ich geben muss, nicht mit dem Bild der Person zusammenpasst, die ich unterrichte, suche ich dringend ein Gespräch.“

So erfährt sie vieles aus dem Privatleben der Schüler. Fallen ihr Probleme auf, kann Urban eine Kinesiologin zu Rate ziehen, ein Schulpsychologe und ein Beratungslehrer sind ebenso einsatzbereit. Urban liebt die Mathematik. Dass nicht jeder Schüler dafür ein Faible haben kann, versteht die preisgekrönte Lehrerin. „Aber da trenne ich gut: Die Note ist nicht der Mensch.“ Der Lehrerpreis jetzt bedeutet ihr besonders viel: „Es macht mich glücklich, dass meine Schüler meine Arbeit wertschätzen.“

Marie-Julie Hlawica

2. Sieger der Stadt

Der deutsche Philologenverband vergibt den Lehrerpreis seit zehn Jahren an 21 Lehrer und Projekte, deutschlandweit. Auch die Münchner Adolf-Kolping Berufsschule wurde für ein besonderes Projekt ausgezeichnet mit dem zweiten Preis in der Kategorie „innovativer Unterricht.“ Ihr sieben Meter hoher Christbaum, den die Schule vor zwei Jahren aufgestellt hatte, wurde auf Initiative von Patrick Oberdörfer recycelt. Aus dem Holz wurde ein integratives Schulprojekt. Der Stamm schmückt heute als Maibaum entrindet, entastet, lackiert und verziert das Schulgelände. Diese Thematisierung eines regionalen Brauchs hat zudem zur Integration eingewanderter Schüler in den bayerischen Kulturkreis beigetragen.

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