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So macht gesunde Ernährung Spaß

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Der vierjährige Luca (links) und seine Freunde haben selbst Spaß am Gemüse. Heute gibt es Kartoffelsuppe zum Couscoussalat.
Der vierjährige Luca (links) und seine Freunde haben selbst Spaß am Gemüse. Heute gibt es Kartoffelsuppe zum Couscoussalat. © Christina Denk

Bogenhausen – Gesund, frisch und heimisch, statt tiefgekühlt: Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vermittelt in Münchner Kindergärten, Bedeutung von saisonalen und nachhaltigen Speisen

„Ich liebe Pizza und Popcorn.“ Der vierjährige Felix isst, wie viele Kinder am liebsten Ungesundes. „Bei uns bekommt er das aber nicht“, fügt Martina Riedl, Leiterin des Bogenhauser Kindergartens „Unsere Champions“, hinzu. Sie will den Kindern die Vielfalt der Ernährung zeigen. „Sie sollen auch einmal Essen probieren, das sie noch nicht kennen.“ 

Gemeinsam mit zwei anderen Kindertagesstätten nehmen sie ein Jahr lang am Ernährungscoaching des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten teil. Irmgard Reischl begleitet den Coaching-Prozess. Im Hallo-Interview erklärt sie, wie das Programm abläuft und warum Kinder ihre Eltern zu Kochkursen zwingen.

Frau Reischl, wie viele Bewerbungen gab es?
In Oberbayern Ost haben sich 31 Kitas beworben, in München waren es 19. Hier ist die Nachfrage meist besonders groß, weil ein Großteil der Kinder mittags verpflegt wird.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Coaching-Kitas aus?
Wir suchen Einrichtungen, die viel Initiative zeigen und in denen der Speiseplan dringend optimiert werden muss. Der sollte ausgewogen sein und auch auf Nachhaltigkeit setzen. Je regionaler die verwendeten Produkte, desto kürzer sind die Transportwege. Da spielt auch Saisonalität eine große Rolle. Werden zum Beispiel Tomaten vom Bauern der Region verwendet, muss das Gemüse nicht extra verpackt und aus dem Ausland nach Bayern transportiert werden. Gibt es jeden Tag für die Kinder Fleisch ist das weder nachhaltig noch ausgewogen.

Wie ist das Feedback?
Die Kitas sind sehr zufrieden. An den vier Coachingterminen lernen sie einfache Tricks für einen ausgewogenen Speiseplan. Zum Beispiel wurden im Garten einer Coaching-Kita Radieschen angepflanzt. Um auch das Thema Saisonalität anzusprechen, gab es dann nach der Ernte als Brotzeit Radieserlbrot und zum Mittagessen Radieserl­suppe. Im Programm geht es nicht nur um gesunde und schmackhafte Verpflegung, sondern auch um Wertschätzung und Esskultur.

Tragen die Kinder das Thema auch nach Hause?
Ja, wenn es gelingt, die Kinder einzubinden., wie bei einem kitaeigenen Garten oder Kochkursen am Nachmittag. Wir haben schon mitbekommen, dass Kinder so lange auf ihre Eltern einreden, bis sie Küchenleiter wegen der leckeren Rezepte kontaktieren. Deshalb gibt es dann auch Kochkurse für die Eltern.

Sophia Oberhuber/Christina Denk

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