Nachdem Hund Zweijährige ins Gesicht gebissen hat

Das sagen die Eltern

MÜNCHEN Ein Auftritt, der zu Tränen rührte. Jetzt sprachen erstmals die Eltern der kleinen Pauline über den traumatischen Tag, an dem ihre zweijährige Tochter von einem Hund  angefallen wurde. Auch der Leinenzwang wurde diskutiert.


Vor rund 100 Harlachingern und laufenden Kameras ließ die Mutter auf einer Sitzung des Bezirksausschusses die Schreckensszenen Revue passieren. Andrea Brechtel (Foto) erzählt von dem Fest am Athener Platz, dem Moment, als ein Labradormischling ihrer Tochter ins Gesicht biss (Hallo berichtete) – und bricht in Tränen aus. „Es ging alles so schnell“, schluchzt die Mutter, „Paulinchen ist nur ein paar Meter vor mir auf den Hund zugelaufen, plötzlich hängt er an ihrer Backe.“ Noch immer kann sie nicht fassen, was geschehen ist. „Ich hab sie doch nie aus den Augen gelassen“, beteuert Andrea Brechtel immer wieder verzweifelt.

Ihr Mann Armin (Foto) war bei dem Drama auf dem Stadtteilfest nicht dabei – doch auch er ist sichtlich ergriffen, als er vom Zustand seiner Tochter spricht. „Seit fünf Wochen ist sie im Krankenhaus, 14 Operationen musste sie schon über sich ergehen lassen, ihr rechtes Auge und ihre Backe sind immer noch geschwollen.“ Noch stehe nicht fest, ob die  Nerven in Paulines rechter Gesichtshälfte permanent geschädigt sind. Die Narben der vier Zentimeter tiefen Bisseintritte werden das Mädchen wohl ihr Leben lang zeichnen. 

Paulines Eltern wollen jetzt verhindern, dass andere Kinder dasselbe Schicksal erleiden müssen wie ihre Tochter – sie fordern einen Leinenzwang für Hunde in der Stadt sowie eine Maulkorbpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ihr Antrag sorgte bei der Versammlung für hitzige Diskussionen – und stieß bei Hundehaltern auf Ablehnung: „Hunde werden noch aggressiver, wenn sie an der Leine sind“, so der Tenor.

Ein Argument, dass das Publikum nicht gelten lassen wollte: „Es geht hier um Kinder – alle Mütter in Harlaching sind in Angst“, betonte die Mutter eines dreijährigen Buben. „Man sollte alle Spielplätze einzäunen.“ Ein Vorschlag, der Beifall fand, ebenso wie die Forderung nach einem Hundeführerschein.  Maren Kowitz

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