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Lehm – Ziegel – Stadt

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Die Geschichte der Ziegeleien im Osten Münchens

Am 3. Juli um 19 Uhr startet im Gasteig, I. OG, ein weiteres Highlight im Reigen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 850. Münchner Stadtgeburtstag. In einer attraktiven Ausstellung wird die Geschichte einer Hauptzutat der Münchner Stadtentwicklung ausgebreitet. Während das Salz als Anlass der Münchner Stadtgründung im Jubiläumsjahr in aller Munde ist, ist der Stoff, aus dem die Stadt spätestens ab dem 14. Jahrhundert gebaut worden ist, weitgehend in Vergessenheit geraten: Lehm. Ebenso die Bedeutung, die die Ortschaften rechts der Isar – Haidhausen, Berg am Laim, Ramersdorf, Bogenhausen samt Englschalking, Denning, Johanneskirchen, Oberföhring – als Rohstofflieferanten des Wachstums der Stadt hatten. Geburtstagsgeschenk Was liegt näher für die vier betroffenen Stadtbezirke (5 Au-Haidhausen, 13 Bogenhausen, 14 Berg am Laim, 16 Ramersdorf-Perlach), als der Stadt zusammen mit den Stadtteilkulturvereinen Haidhausen-Museum, Bürgerkreis Berg am Laim, AK Stadtteilgeschichte Ramersdorf, NordOstKultur e.V., die Geschichte des Lehmabbaus und der Ziegelbrennerei im Münchner Osten und Nordosten als Geburtstagsgeschenk zu präsentieren. Initiiert, koordiniert und zusammengeschnürt hat das Geschenkpaket die Münchner Volkshochschule. Mitgewirkt haben an dem Projekt: profunde Stadtteilgeschichtsschreiber wie Erich Kasberger, Dr. Willibald Karl und Hermann Wilhelm, Kennerinnen der Stadtteilgeschichte wie Karin Bernst und Renate Wirthmann, Fotografinnen und Fotografen (Michael Jochum und das „Projekt Fotografie) und –nicht zuletzt – der Arbeitskreis „Ohne den Lehm daat’s München net geb’n“ in der MVHS Bogenhausen. Ausgepackt wird das Geburtstagsgeschenk am 3. Juli um 19 Uhr bei einer Vernissage im Gasteig, einem Ort der selbst die Geschichte von der Lehmgrube zum Kulturzentrum Münchens widerspiegelt. Das Geschenk besteht aus zwei Paketen: einer aufwändig gestalteten Ausstellung (Gestaltung Dieter Zembsch und Hermann Wilhelm) und einem ansprechenden Buch im Ziegelsteinformat (Herausgeber: Erich Kasberger und Winfried Eckardt, Volk-Verlag München). Rohstoff Lehm Beide beschäftigen sich mit der Rolle des Rohstoffes Lehm in der Münchner Stadtgeschichte und arbeiten weitgehend unbekannte und verblüffende Aspekte der Münchner Stadtentwicklung heraus: Haidhauser Lehm als Baustoff Alt-Münchens, norditalienische Wanderziegler als erste Arbeitsmigranten in München, die Ziegelei als Prototyp frühindustrieller Rationalisierung, schillernde Lebensbilder von Ziegelbaronen im 19. Jahrhundert, Niedergang der Ziegeleien nach den Weltkriegen. Schließlich wird auch thematisiert, wie wenig von dieser stadtbildprägenden Industrie in München übrig blieb – fast nichts. Die Erinnerung daran dennoch aufrecht zu erhalten, hat sich dieses Projekt zur Aufgabe gemacht. Eröffnung Das Ergebnis ist nach der Ausstellungseröffnung durch Bürgermeisterin Christine Strobl zu besichtigen. Die musikalische Begleitung übernimmt die Gruppe folkcore, mit Liedern zur italienischen Arbeitsmigration. Zu sehen ist die Ausstellung im Gasteig vom 3. bis 17. Juli. Weitere Stationen der Wanderausstellung werden das Technische Rathaus (Friedenstraße 40, 17. September bis 9. Oktober), die GEWOFAG-Zentrale (Kirchseeoner Straße 3, 21. Oktober bis 11. November) und das Kunstforum Arabellapark (Rosenkavalierplatz 16, 23. November bis 16. Januar), sein.

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