Legalisierung der wilden Erweiterung?

Einer Erweiterung des Daglfinger Flohmarkts steht der BA Bogenhausen skeptisch gegenüber. Foto: Charly D

492 statt der bisher genehmigten 179 Stände hat der Betreiber des Daglfinger Flohmarkts, die örtliche Firma Reber, beantragt. Nachträglich wolle man damit die Situation legalisieren, meint der Bogenhauser Bezirksausschuss, schon längst sei die beantragte Standanzahl nämlich erreicht. Nun will das Gremium mit der Lokalbaukommission (LBK) sprechen, ehe es sich für oder gegen die Legalisierung der „wilden Zustände“ ausspricht.

Ein Dauerbrenner im Bogenhauser Bezirksausschuss ist der Daglfinger Flohmarkt. Seit Jahren taucht das Thema mit schöner Regelmäßigkeit auf der Tagesordnung des Gremiums auf. Vor allem der Verkehr, den die Veranstaltung an jedem Samstag ins Viertel zieht, stößt dem BA auf. Stände vervielfacht Längst hat sich die Anzahl der 2002 genehmigten 179 Flohmarktstände vervielfacht, die Händler bieten ihre Waren inzwischen sogar auf den Parkplatzflächen im Trabrennbahn-Gelände an. Das hatte der Bogenhauser Bezirksausschuss in der Vergangenheit ebenso moniert wie die Tatsache, dass die Zu- und Abfahrt von Händlern und Kunden den Daglfingern allwöchentlich zusätzlichen Verkehr beschert. „Seit Jahren beschäftigen wir uns mit diesem Thema und nichts passiert, die vom BA geforderten Auflagen werden nicht erteilt!“, schimpfte Robert Brannekämper (CSU) bei der Sitzung des Bogenhauser Bezirksausschusses. Auch ohne die beantragte Erweiterung von 179 auf knapp 500 Stände gleiche die Veranstaltung eher einem orientalischen Basar als einem geordneten Flohmarktbetrieb. „Wo war das Kreisverwaltungsreferat? Wo war die Feuerbeschau? Die LBK muss sich die Verhältnisse vor Ort ansehen!“ so Brannekämper. Für 500 Stände brauche es 500 Händlerparkplätze, auch Radlständer fehlten. „Der Bezirksausschuss diskutiert und gibt seine Empfehlung ab, die zuständigen Behörden machen einfach einen Bescheid. Ich erwarte von der Verwaltung hoheitlich sinnvolles Handeln!“ erklärte Brannekämper. Ist-Zustand Der Planungssprecher des Bogenhauser Bezirksausschusses, Frank Otto (SPD) betonte, der Antrag auf Erweiterung des Flohmarkts legalisiere lediglich nachträglich den Ist-Zustand. „Das ist ja noch schlimmer! Sind wir in Südost-Anatolien? Alle schauen weg! Der BA lässt sich nicht länger am Nasenring rumführen! Wenn er nicht genehmigt ist, machen wir den Flohmarkt zu, man möge sich an gesetzliche Vorlagen halten“, schimpfte daraufhin Robert Brannekämper. Frank Otto warf ein, einige Forderungen des Bezirksausschusses sollten in die Genehmigung einfließen, beispielsweise dürften die Stände am Parkplatz nur außerhalb der Baumflächen aufgestellt werden. Gespräch mit der LBK Peter Scheifele (SPD) erklärte, der Punkt solle vertagt und ein Gespräch mit der LBK vereinbart werden. Das hätte eigentlich schon passieren sollen, doch die LBK hatte die Entsendung eines Vertreters nach Bogenhausen abgelehnt und die Lokalpolitiker aufgefordert, zur Lokalbaukommission zu kommen. Verärgert nahmen diese das zur Kenntnis und beauftragten die BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Straßer (Grüne), der Behörde den Unmut schriftlich mitzuteilen. Zudem soll angeregt werden, die Parkgebühren nicht bei der Einfahrt ins Gelände, sondern später zu kassieren, damit der Rückstau gemildert wird. LBK kann nicht kommen „München hat 25 Bezirksausschüsse, da können wir wegen des hohen Zeitaufwands nicht überall vor Ort sein. Das ist gängige Praxis“, erklärte der Sprecher des Planungsreferats, Marc Binder, auf Anfrage der HALLO-Redaktion. Was die Erweiterung des Flohmarkts betrifft, sagte Binder, der Veranstalter habe bereits mehrere Anträge auf Genehmigung von weiteren Ständen gestellt. „Das ging zwischen Veranstalter und LBK hin und her, derzeit liegt ein Antrag auf 492 Stände vor“. Die Entscheidung sei noch nicht gefallen, denn bisher fehlten einige interne Stellungnahmen. „Es werden verschiedenste Belange wie Verkehr und Naturschutz geprüft. Die entsprechenden Ausführungen der Kollegen aus den Fachbereichen liegen noch nicht alle vor“, so Binder. Gabriele Mühlthaler

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