Im Land der Christbäume

MÜNCHEN Fichten selber sägen – das machen jährlich rund 3000 Münchner auf der Plantage

Dick eingepackt und mit Sägen bewaffnet streifen sie durch die weiße Winterlandschaft. „Schau mal, Papa – der da!“, ruft das kleine Mädchen mit der rosa Zipfelmütze. „Der ist doch viel zu groß für unsere Wohnung“, sagt ihr Vater. Sie ziehen weiter – nur eine Familie von vielen, die ihren Baum zu Weihnachten selber schlägt. Möglich ist das im Christbaumland Beutler in Ottendichl. Seit 33 Jahren kommen Münchner dort zu ihrem selbst abgesägten Baum.

„Am Anfang war das ein landwirtschaftlicher Betrieb“, erzählt Otto Fritzmeier. Der 50-Jährige – ein Mann der ersten Stunde: Er misst die Bäume, hievt sie in die Netzrolle. „Jedes Jahr verkaufen wir an die 3000 Weihnachtsbäume“, sagt der Christbaumland-Angestellte. Ob große oder kleine Fichten – aus der Rolle kommen sie alle gleich heraus: engmaschig verpackt und fertig für die Autofahrt. Doch bis aus den kleinen Blaufichten, die das Christbaumland aus Schrobenhausen bezieht, ein stattlicher Weihnachtsbaum wird, dauert es: „Ungefähr acht bis zehn Jahre“, so Fritzmeier „Wir kriegen sie, wenn sie fünf Jahre alt und ungefähr 25 Zentimeter groß sind. Die ersten vier Jahre werden sie gedüngt. Dann mähen wir sie aus und begieren sie – wir schneiden sie zurecht“, erklärt der Fachmann. Schließlich sollen die Bäume nicht zuwachsen und in den Wohnzimmern stramm stehen.

Der Einsatz von Chemie ist im Christbaumland tabu: „Wir arbeiten rein biologisch“, betont Fritzmeier. Individuelle Waldbewohner statt Standard-Weihnachtsbäume von der Stange – das schätzen die Käufer am Christbaumland.

Damit es auch genügend Bäume gibt, muss das rund 30 Hektar große Areal (entspricht etwa vier Fußballfeldern) mit System bepflanzt werden: „Wir öffnen jedes Jahr eine andere Plantage. Auf den abgeholzten Flächen wird eine Zwischenfrucht angebaut, damit der Boden wieder die Nährstoffe bekommt, die ihm entzogen wurden“, sagt Fritzmeier. Erst wenn die Erde wieder fruchtbar ist, werden neue kleine Blaufichten gepflanzt, die in zehn Jahren zu prächtigen Weihnachtsbäumen heranreifen – viel Arbeit, die leider nicht alle Leute honorieren: „Jede Saison werden zwischen 80 und 200 Bäume gefällt, die im Wald zurückgelassen werden“, bedauert Fritzmeier – ein kleiner Wermutstropfen für ihn, der mit seiner Arbeit den Duft von frischem Harz in die weihnachtlichen Stuben der Münchner bringt. Daniela Schmitt

Schmucker Baum:

Gewinnen Sie eine Blaufichte

Rennen Sie jedes Jahr in letzter Minute von Standl zu Standl, um noch einen schönen Baum zu ergattern? Resevieren Sie sich doch schon jetzt einen Christbaum für das Weihnachtsfest 2010: Vom Christbaumland Beutler verlosen wir drei Blaufichten. Um zu gewinnen, schicken Sie eine Postkarte an Hallo München, Dessauerstraße 10, 80992 München. Das Stichwort lautet „Christbaum“.

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