Klima-Killer? Sparen wir uns!

Sandro Langholz.

Neues Projekt der Stadt: So schützen Münchner die Umwelt – und ihren Geldbeutel

München Geld sparen und gleichzeitig Gutes für die Umwelt tun – das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) zeigt Münchnern jetzt, wie einfach das gehen kann. Mit einem neuen Projekt will das Referat bei Münchnern ein umwelt- und geldbeutelschonendes Bewusstsein wecken und stärken – 40 Freiwillige machen mit. „In unseren Werkstätten lernt man, den Klimaschutz im Alltag konkret anzugehen“, so RGU-Chef Joachim Lorenz. Denn bereits kleine Änderungen in Heiz-, Koch- und Konsumverhalten würden einen großen Unterschied machen. Die Teilnehmer werden ein halbes Jahr lang mit Gruppentreffen und Infoabenden begleitet. Dazu bekommen sie Tipps, wie sie mit möglichst einfachen Mitteln weniger Wasser und Strom verbrauchen. Und das macht sich auch in der Haushaltskasse bemerkbar... „Wir haben einen Trockner daheim – dieser Stromfresser verursacht im Jahr rund 150 Euro Mehrkosten“, sagt der Giesinger Dieter Schuler. „Jetzt werden wir öfter mal in unserem Keller die Wäsche zum Trocknen aufhängen.“ Die fünfköpfige Familie (siehe Kasten) ist einer der Haushalte, die sich an dem Experiment, das in den Stadtteilen Laim/Pasing, Untergiesing, Schwabing/Maxvorstadt und Neuhausen läuft, beteiligen. „Wir wollen Geld sparen und gleichzeitig den Klimawandel einbremsen“, betont der 37-Jährige. Er und seine Mitstreiter sind erstaunt, dass beides offenbar gar nicht so schwer ist: Wer zum Beispiel beim Nudelnmachen das Wasser im Wasserkocher vorkocht oder Leerräume in Kühl- und Gefrierschrank mit Styropor füllt, spart Energie – und bares Geld. mak/bit Mehr Infos unter www.muenchenfuerklimaschutz.de Wertvolle Tipps können sich Münchner aus den Klima-Sparbüchern holen. Diese handlichen Begleiter bieten außerdem 60 Gutscheine, mit denen man beim ökologischen Einkaufen oder Schlemmen bis zu 500 Euro sparen kann. Die Bücher gibt es für 6,90 Euro unter bestellung@oekom.de oder bei Hallo München zu gewinnen: Schicken Sie eine e-Mail an aktion@hallo-muenchen.de. Stichwort: Klima Die Familie Rund 65 Euro im Monat zahlen Karolina und Dieter Schuler mit ihren drei Kindern für den Stromverbrauch in ihrer 110-Quadratmeter-Wohnung in Giesing. „Künftig wollen wir darauf achten, dass wir die elektrischen Geräte nicht im Standby-Modus lassen, sondern die Stecker ziehen“, sagt der 37-jährige Papa. Und auch die Älteren, Tim (4) und Hannah (2), sparen schon mit: „Zähneputzen bei laufendem Wasser gibt es nicht mehr.“ Beim Kochen wird künftig ebenfalls das Klima geschont: „Wir kaufen nach Saison ein und werden künftig öfter auf Fleisch verzichten.“ Der Student Sandro Langholz beschäftigt sich bereits seit Jahren mit den Klimaproblemen – und ist deshalb auch Veganer. „Ich versuche, den CO2-Ausstoß gering zu halten“, sagt der 22-Jährige. In Schwabing wohnt er seit Oktober 2010 in einer 3er-WG, eine Strom- und Wasserabrechnung hat er noch nicht bekommen. Er befürchtet aber: „Wir verbrauchen viel, da wir eine Stromheizung haben.“ Um die Umwelt zu schonen, will der Student jetzt zu Ökostrom wechseln. Von dem Projekt erhofft sich der Münchner, „neue Methoden kennenzulernen, wie man das Klima schonen kann“. Die Seniorin Vera Wittmann wohnt zusammen mit ihrem Mann in einer 90 Quadratmeter großen Wohnung in Pasing. Das Rentnerehepaar versucht bereits, zu sparen – Strom und Wasser kosten etwa 90 Euro im Monat. Richtige Stromfresser besitzt die 73-Jährige nicht: „Ich habe keine Spülmaschine und keinen Gefrierschrank, nur einen alten Herd“, sagt sie. Die Waschmaschine im Keller werde von allen Hausbewohnern genutzt. Jetzt will die Münchnerin noch Tipps erhalten, was man im Garten für das Klima tun kann – und ob Energiesparlampen Sinn machen.

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