18. Stadtbezirk als Testgebiet auserkoren

Kampf um Harlachings grüne Oasen

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Prägend für Harlaching ist nicht nur das Klinikum. Auch die vielen Grünflächen stechen heraus. Doch die Oasen sind bedroht.

Harlaching – Aktuell testet die Stadt Rahmenpläne zum Erhalt der Gartenstadt –  Doch die Viertelpolitiker sind skeptisch – Hallo erklärt die Situation

Eine grüne Oase inmitten der Stadt ist Harlaching. Und das soll nach dem Willen des Bezirksausschusses (BA) Untergiesing-Harlaching auch so bleiben. Ob die von der Stadt München angestrebten Rahmenpläne dafür ausreichen, bezweifeln die Viertelpolitiker aber.

Die Rahmenpläne sollen die vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gestürzte Gartenstadtsatzung der Landeshauptstadt ersetzen. Als eines von drei Testgebieten wurde nun ein Teil des 18. Stadtbezirks auserkoren: von der Gabriel-Max-Straße bis zur Meichelbeckstraße sowie von der Geiselgasteigstraße bis zum Isarhang. Ein Rahmenplan soll helfen, dort die typische Bebauung mit Einzelgebäuden auf großen Grundstücken zu erhalten.

„Ich bin skeptisch“, sagt der BA-Vorsitzende Clemens Baumgärtner (CSU) und schließt sich damit der Mehrheit der Gremiumsmitglieder an. Zwar seien Rahmenpläne nicht per se etwas Schlechtes. Allerdings sind diese nicht bindend für die Bauwerber. Darum würde der Viertelchef lieber auf Bebauungspläne setzen. „Diese rechtzeitig zu erstellen, wurde in Harlaching aber versäumt.“

Die Rahmenpläne seien ein letzter Versuch, die Bebauung unter den Paragraphen 34 des Baugesetzbuches zu treiben. Dieser besagt, dass sich neue Bauten in die Umgebung einfügen müssen. Das ermöglicht in der Regel aber auch ein wenig mehr Baurecht als auf den umliegenden Grundstücken – ein Schneeballeffekt mit immer dichterer Bebauung droht.

„Rahmenpläne können den Paragraphen weder ersetzen noch definieren“, sagt Baumgärtner. Sie seien nur ein Aufbäumen und ein aus der Not geborenes „Placebo-Pillchen“, an dessen Wirkung er zweifle. Denn wenn ein Bauwerber auf sein Baurecht besteht, muss die Stadt ohnehin zu härteren Mitteln greifen. Dann müsse doch eine Veränderungssperre und ein Bebauungsplan her.

„Mit den Rahmenplänen versucht man, nur die Debatte um den Erhalt der Gartenstädte, nicht aber das tatsächliche Problem in den Griff zu bekommen“, kritisiert der BA-Chef. Jeder rufe nach einer grünen Stadt. „Da gehört auch die Gartenstadt dazu“, sagt Baumgärtner. Doch es gebe zu viele Lippenbekenntnisse und zu wenig ernsthaftes Interesse an der Gartenstadt.

Andreas Daschner

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