Jörg Hubes literarisches Archiv

Die Monacensia hat den literarischen Nachlass von Jörg Hube erworben. Foto: Monacensia

Die Monacensia, das Literaturarchiv der Stadt München, hat das literarische Archiv des im Juni 2009 verstorbenen großen Münchner Schauspielers, Kabarettisten und Regisseurs Jörg Hube erworben.

Zum Nachlass gehören persönliche handschriftliche Dokumente und Briefe, Regiebücher und Rundfunkmanuskripte, „Herzkasperl“-Texte und Kritiken, Film- und Theaterfotos. Dazu kommen Theaterkostüme, Handpuppen und Requisiten. Das Archiv von Jörg Hube ergänzt in idealer Weise den Sammlungsschwerpunkt „Volkskünstler“ des Literaturarchivs der Monacensia, das bisher unter anderem Nachlässe und Konvolute von Liesl Karlstadt, Bally Prell, Erni Singerl, Ruth Drexl und Roider Jackl betreut. Mit einer Ausstellung im Herbst/Winter 2011/12 wird die Monacensia die umfangreichen Materialien und Dokumente aus dem Nachlass von Jörg Hube erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Eine Hommage an Jörg Hube, einen der Allerbesten seines Fachs. Jörg Hube Jörg Hube, geboren am 22. November 1943 in Neuruppin in der Mark Brandenburg, wuchs in Dießen am Ammersee und in München auf. Seine Theaterlaufbahn ist eng mit München verknüpft: Von 1973 bis Ende der 90er Jahre gehörte er mit nur wenigen Unterbrechungen zum Ensemble der Münchner Kammerspiele. Ab 2001 wechselte er an das Bayerische Staatsschauspiel. Seit 1984 unterrichtete er an der Otto Falckenberg-Schule, die er von April 1991 bis Sommer 1993 leitete. Große Popularität gewann Jörg Hube durch Fernsehserien für den Bayerischen Rundfunk („Tatort“, „Die Löwengrube“). Er drehte zahlreiche Kino- und Fernsehfilme unter namhaften Regisseuren wie Michael Verhoeven, Edgar Reitz und Joseph Vilsmeier und verlieh auch kleineren Rollen sein unverwechselbares Profil. Mit seiner unvergleichlichen Stimme las er als Hörspiel-Sprecher aus den Werken von Karl Kraus, Lion Feuchtwanger und Oskar Maria Graf. Als Kabarettist war seine Paraderolle der „Herzkasperl“, eine Figur, die er 1975 zusammen mit seiner Frau Elisabeth Fall entwickelte. Von 2005 an war er mit Beatrix Doderer als „Sugardaddy“ auf zahlreichen Bühnen unterwegs. Dieter Dorn, Intendant des Bayerischen Staatsschauspiels, nannte Jörg Hube einen „Volksschauspieler im schönsten Sinn des Wortes“. Für seine künstlerischen Leistungen wurde Jörg Hube mit vielen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet, darunter der Ernst-Hoferichter-Preis der Stadt München, der Adolf-Grimme-Preis, und der Deutsche Kabarettpreis. Am 19. Juni 2009 starb Jörg Hube in München.

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