Gründung verschoben: Bezirksausschuss-Politiker rangeln um Vorstandsposten

Trägerverein fürs Kulturbürgerhaus

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Was andere Stadtviertel wie Trudering bereits haben, soll jetzt auch in Bogenhausen Realität werden: ein Kulturbürgerhaus.

Der lang ersehnte Kulturbürgersaal für Bogenhausen ist beschlossene Sache. Im künftigen Prinz-Eugen-Park sollen Stadtteilkultur und Alten- und Service-Zentrum (ASZ) die dafür geplanten Räumlichkeiten gemeinsam nutzen. 

Der Trägerverein für das Kulturbürgerhaus sollte eigentlich schon vor Weihnachten gegründet werden, nun wird das wohl nicht vor Februar klappen. Der Grund: Die Bogenhauser Bezirksausschuss-Politiker können sich nicht über die Besetzung des Vorstands einigen, weil zu viele rein möchten.

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, sprach einst Karl Valentin. Davon können all jene ein Lied singen, die sich in einem der Trägervereine der Münchner Stadtteilkulturzentren engagieren. Da ist ehrenamtliches Engagement gefragt und bei den Vorständen ein gerüttelt Maß an Hintergrundwissen, damit eine solche Einrichtung Zukunft hat. Da braucht es jemand, der sich mit Vereinsrecht auskennt und einen, der eine Ahnung davon hat, welch interessante Veranstaltungen und Aktionen das Haus zum Laufen bringen. Nicht zuletzt ist eine kaufmännisch versierte Person von Nöten, denn von den städtischen Zuschüssen allein kann ein Kulturbürgerhaus nicht leben. Ach ja, natürlich sind auch Ehrenamtliche gefragt, die Getränke ausgeben, die Karten beim Einlass kontrollieren und vieles mehr.

Erste Schritte

Es scheint, dass sich die Bogenhauser Bezirksausschuss-Politiker vor allem um die Vorstandsarbeit reißen, denn mehr Kandidaten als benötigt, rangeln um einen der Posten. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Peter Scheifele (SPD-Fraktionschef) ist mit den Vorbereitungen der Vereinsgründung, die eigentlich vor Weihnachten geplant war, befasst. Erstes Ergebnis: Der Satzungsentwurf wurde beim Finanzamt für Körperschaften eingereicht, erste Rückfragen dazu schon beantwortet und kleine Änderungen eingearbeitet. Doch mit der Gründungsversammlung kommt man nicht so recht voran. „Wir haben ein Luxusproblem, viele aus diesem BA wollen Verantwortung übernehmen“, fasste BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser die Problematik Ende 2012 zusammen.

Viele Kandidaten

Laut Arbeitsgruppenprotokoll möchten für den Vorsitz Eva Schneider (Grüne, hatte wesentlichen Anteil an der Organisation der 13er Kulturtage im Juli 2012), Berndt Hirsch (FDP, Vorsitzender des BA-Unterausschusses Kultur/Projekte) und Peter Scheifele (SPD-Fraktionssprecher) kandidieren. Als Stellvertreter stehen Paula Sippl und Angelika Pilz-Strasser (beide Grüne) zur Verfügung, als Schriftführer Xaver Finkenzeller (CSU), als Kassiererin Paula Sippl und Inge Tögel (SPD). Weitere BA-Mitglieder (Wolfgang Helbig – SPD, Ulrich Tetzner – CSU, Christian Menzel und Manfred Krönauer – beide FDP) sollen als Beisitzer kandidieren. Neunennungen sind möglich. Ganz am Schluss, unter „Verschiedenes, Termine“, schreibt Arbeitsgruppenleiter und -protokollführer Peter Scheifele dann noch: „Als Beiratsmitglieder werden Roland Krack vom Nord-Ost-Kulturverein, ein Vertreter der VG 29 sowie der VHS am Rosenkavalierplatz angefragt“. Falls diese zusagen, könnten auch ein paar Nicht-BA’ler an der künftigen Bogenhauser Stadtteilkultur mitwirken und im Vorfeld Fachwissen für die Planung und die Vertragsverhandlungen mit der Stadt einbringen.

Geplant ist im künftigen Prinz-Eugen-Pan ein zentrales Objekt mit gemeinsamen Räumlichkeiten für das 13er Kulturbürgerhaus und ein ASZ. Es soll einen 180 Quadratmeter großen Versammlungsraum geben, der mittels flexibler Wände erweitert werden kann. Zudem sagte die Stadt die Nutzung der Aula (300 Plätze) in der benachbarten Grundschule zu, zurrte dies aber nicht durch Beschlüssen fest. 

Gabriele Mühlthaler

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