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Groß-Übung im Richard-Strauss-Tunnel

Professioneller Einsatz der Rettungskräfte

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An der Übung im Richard-Strauss-Tunnel nahmen von Feuerwehr, Rettungsdienst und den Kliniken etwa 1000 Personen teil. Davon waren 70 Personen als Darsteller (Verletzte) tätig.

Ein umgestürzter Reisebus, in Autos eingeklemmte Verletzte, zerbeultes Blech und schreiende Opfer – ein solches Unfallszenario ist nichts für schwache Nerven. Ein Glück, dass am letzten Sonntag die Karambolage im Richard-Strauss-Tunnel nur gestellt war. 

Die Münchner Rettungskräfte jedoch agierten in Echtzeit und bewiesen, dass sie für eine solche Katastrophe gut gerüstet sind.


In Windeseile und dennoch lebensecht wurde am vergangenen Sonntag im Richard-Strauss-Tunnel in Bogenhausen ein Katastrophenszenario aufgebaut, das niemand in Wirklichkeit erleben möchte. Aktionfilmreif präsentierte sich die Unfallstelle in der Weströhre des Richard-Strauss-Tunnels, ein gutes Stück vor der Abzweigung zur A 94.

Das Drehbuch

Das Drehbuch für die Katastrophenschutzübung der Münchner Rettungskräfte erklärt die Schadenslage wie folgt: „Beim Überholen musste ein Lkw stark abbremsen und der dahinter fahrende, voll besetzte Bus, prallte auf und kippte um. In Folge kamen mehrere Pkws ins Schleudern, zwei fuhren auf den Bus auf, einer überschlug sich mehrmals und blieb auf dem Dach liegen. Ein weiterer Pkw wurde zwischen Bus und Tunnelwand eingeklemmt“.

„Unfallopfer“

Kurz vor 9 Uhr am Sonntagvormittag lag das zerbeulte Blech schon perfekt situiert in der Röhre, doch Autos und Bus waren leer. Das änderte sich bald. Schaurig geschminkte „Unfallopfer“ zwängten sich zwischen eingedrücktes Dach und Fahrersitz, krochen in den umgestürzten Bus und den kopfüber liegen gebliebenen Pkw, hockten sich neben die Fahrzeuge oder ließen sich auf dem kalten Asphalt nieder. Damit alles möglichst echt aussah, machte die Schminkexpertin noch eine Runde mit der Kunstblutflasche und teilte üppig aus.

Es wird „ernst“

Dann war es so weit – der Einsatzleiter gab die Unfallmeldung raus und teilte den Mimen mit, dass es nun ernst werde. Jetzt tönten Hilferufe, Angstschreie und Klagelaute durch den Tunnel, weiße Rauchschwaden waberten aus Motorräumen.

Als erstes trafen Helfer der Berufsfeuerwehr ein. Während der Einsatzleiter sich einen Überblick über das Ausmaß des Unfallszenarios verschaffte und gleich mehr Rettungskräfte anforderte, rollten Feuerwehrmänner einen Löschschlauch aus. Doch nur der weiße Wasserdampf aus dem zerbeulten Motorraum stieg empor, andere Brände gab es nicht.

Elf Minuten

Rund elf Minuten nach der Unfallmeldung waren dann Notärzte und Sanitäter da. Auch hier machte sich der Einsatzleiter erst mal ein Bild davon, wie viele Menschen wie schwer verletzt wurden. Im Vorbeigehen rollte ein Feuerwehrler einen Bewusstlosen in die stabile Seitenlage, andere Rettungskräfte geleiteten gehfähige Opfer von der Schadensstelle weg und versuchten, sie zu beruhigen. Allein im umgestürzten Bus wurden 30 Schwerverletzte registriert sowie 15 gehfähige Personen. 

Schweres Gerät

Mit schwerem Gerät verschaffte die Feuerwehr den Notärzten Zugriff auf die Opfer in eingedrückten Autos und schnitt Öffnungen in das nun seitlich liegende Busdach, durch das Tragen geschoben und Opfer geborgen wurden. Südlich der Unfallstelle wurde eine Sammelstelle für Geborgene eingerichtet, der Abtransport der Verletzten in neun Münchner Kliniken, die an der Übung teilnahmen, erfolgte über die östliche Tunnelröhre. Gegen Mittag war dann alles vorbei, am frühen Sonntagnachmittag konnte der Tunnel wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Grund für die Katastrophenübung war ein Stadtratsbeschluss, der vorschrieb, noch im Jahr 2012 einen Busunfall im Tunnel zu simulieren. Dabei sollte das Zusammenwirken von Einsatzkräften, Rettungsdienst, Kliniken, Katastrophenschutz und Feuerwehr im Sinne eines integrierten Hilfekonzepts verbessert und Schwachstellen beseitigt werden. So sah man während der gesamten Katastrophenübung extra abgestellte Kräfte, die eifrig ihre Eindrücke notierten. Nicht nur die Bergung und Erstversorgung der Verletzten stand im Fokus, sondern auch die sinnvolle Verteilung derselben auf neun Münchner Kliniken. Auch dort testeten Ärzte und medizinisches Personal, wie sie mit der Ausnahmesituation zurecht kamen und ob sie bei ihren Untersuchungen das vorgegebene Verletzungsmuster der Patienten erkannten.

1000 Teilnehmer

Teilgenommen haben an der Übung rund 1000 Personen, davon unter anderem 78 Kräfte der Berufs- und 54 der Freiwilligen Feuerwehr, 100 Rettungsdienstler, 94 Darsteller, neun Übungsleiter und 29 Beobachter. Die Wachen waren mit 75 Personen besetzt, das Krankenhauspersonal lag bei rund 400 Mitwirkenden.   Gabriele Mühlthaler

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