Stadtrat Brannekämper fragt wegen Obi nach

Der Trojaner von Daglfing?

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Stadtrat Robert Brannekämper hat zum Daglfinger Obi viele Fragen. 

Noch heuer soll der Obi Bau- und Gartenmarkt an der Riemer Straße gebaut werden. Stadtrat Robert Brannekämper (CSU) will nun von der Stadtverwaltung wissen, was diese unternimmt, damit nicht statt des genehmigten Markts ein Zentrum entsteht, 

das bis zu 12.000 Quadratmeter Baumarktfläche von Daglfing aus logistisch bedient.

„Vor sechs Jahren genehmigte die LBK (Lokalbaukommission) unter Verstoß gegen die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts im Außenbereich einen Obi-Baumarkt in Daglfing als sonstiges Vorhaben. Während gegen jedes rechtswidrige Gartenhaus vorgegangen wird, wurde hier eine rechtswidrige Baugenehmigung erteilt“, schreiben die CSU-Stadträte Robert Brannekämper und Marian Offman in ihrer Anfrage an Oberbürgermeister Christian Ude. Erst auf Druck der Öffentlichkeit habe die Stadt ein Bebauungsplan-Verfahren in die Wege geleitet.

Nach dessen Festsetzung dürfe das betroffene Grundstück an der Riemer Straße ausschließlich für einen Bau- und Gartenfachmarkt genutzt werden. „Während Obi ursprünglich behauptete, dass für den Betrieb nur 10 Lkws notwendig sind, musste später eingeräumt werden, dass mehr als 40 Lkws täglich den Baumarkt anfahren. Tatsächlich haben Zählungen ergeben, dass vergleichbare Baumärkte von bis zu 80 Lieferfahrzeugen und von ca. 3000 Pkws angefahren werden“, so Brannekämper. Zu Recht befürchteten die Daglfinger deshalb einen Verkehrsinfarkt.

Trojaner von Daglfing?

Für Brannekämper ist klar, dass der Obi-Konzern nun versuche, „erneut die Öffentlichkeit zu täuschen“. Jetzt seien zusätzlich zum Obi an der Riemer Straße weitere acht Kleinflächenbaumärkte in München geplant, die von Daglfing aus beliefert werden sollten. „Unter dem Deckmantel des genehmigten Baumarkts soll ein Logistikzentrum entstehen, das als Umschlagplatz für die flächendeckend verteilten Minibaumärkte bis zu 1500 Quadratmeter Verkaufsfläche dient. Es sollen somit, ausgehend von Daglfing, bis zu 12.000 Quadratmeter Baumarktfläche logistisch bedient werden“, fürchtet Robert Brannekämper (HALLO berichtete).

Klares Indiz

Ein klares Indiz für diese Pläne ist für Brannekämper die Äußerung von Obi-Vorstand Sergio Giroldi in der Baumarktzeitschrift „Do it yourself“. Giroldi habe dort erklärt, dass der neue Standort in Daglfing dazu dienen solle, den Münchner Raum aktiv anzugehen. „Daglfing wird der Logistikumschlagplatz für das neue Baumarktkonzept des Obi-Konzerns“, folgert Robert Brannekämper. Eine Potenzierung des Verkehrs sei die Folge. „All dies ist unserer Auffassung nach rechtswidrig, verletzt den Bebauungsplan und ist durch die bestehende Baugenehmigung nicht gedeckt“, erklärt Brannekämper.

Von Ude will der Bogenhauser Stadtrat nun wissen, ob die Stadt dem Bauherrn schon klargemacht habe, dass die Versorgung weiterer Baumärkte vom Standort Daglfing aus unzulässig sei. „Welche Schritte wird die Stadtverwaltung einleiten, um das vom Obi-Konzern geplante Konzept zu unterbinden? Wie stellt die Stadtverwaltung sicher, dass nicht Fakten geschaffen und später im Wege der Tekturgenehmigung die Stadt von Obi unter Druck gesetzt wird? Wie will die Stadtverwaltung die örtliche Bevölkerung vor noch mehr Lärm und Feinstaub schützen“, fragen Offman und Brannekämper weiter. 

Gabriele Mühlthaler

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