Hoffen auf den Bürgersaal

Ein Bürger- oder Kulturzentrum, zumindest aber einen großen Bürgersaal, wünschen sich die Bogenhauser Bezirksausschuss-Politiker seit langem. Jetzt hoffen sie, dass im Rahmen der Bebauung des Areals der Pionierkaserne wenig-stens ein Bürgersaal drin ist.

Eigentlich werden in München keine Bürger- oder Kulturhäuser mehr gebaut. Einen entsprechenden Stadtratsbeschluss hatte angesichts des teuren Kulturzentrums Messestadt vor Jahren der damalige Kulturreferent Julian Nida-Rümelin herbeigeführt. Statt in Zentren soll Stadtviertelkultur demnach dezentral stattfinden. Die Bogenhauser allerdings wollen sich damit nicht abfinden, denn im 13. Stadtbezirk fehlt ein großer Saal für bürgerschaftliche und kulturelle Veranstaltungen. Mehrfach hatten die BA-Politiker schon ein Bürgerhaus beantragt und mögliche Objekte und Standorte vorgeschlagen. Nachnutzung der Prinz-Eugen-Kaserne Licht am Horizont sieht der Bezirksausschuss nun angesichts der bevorstehenden Nachnutzung des Geländes der Prinz-Eugen-Kaserne. Das Gremium hat bereits gefordert, dort zumindest einen großen Bürgersaal einzuplanen. Eindrucksvoll können die Stadtteilpolitiker jetzt aufzeigen, dass wirklich Bedarf für eine solche Einrichtung besteht. In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat waren 121 Vereine und 120 Einzelpersonen mit der Bitte um Bedarfsmeldung angeschrieben worden. Elf Bewerber bekundeten Interesse, auch der Bezirksausschuss würde den Bürgersaal nutzen. Fünfmal jährlich beispielsweise möchte der Akkordeonclub München Nord-Ost e.V. mit 200 Personen in den fiktiven Saal, 52-mal pro Jahr benötigt er Räumlichkeiten für 50 Menschen. Auch die Bayerische Volksbühne Watzmann e.V. meldet Bedarf an 100 Tagen jährlich an, während die Feringa-Faschingsgesellschaft drei- bis fünfmal im Jahr mit 400 Leuten kommen möchte. Ihren Bedarf für einen schalldichten Übungsraum haben die Claymore Pipes & Drums gemeldet, proben möchten auch Kirchenmusiker Armin Jäck und der Männergesangsverein Oberföhring e. V. Des Weiteren interessieren sich der Dip-N-Divers Square Dance Club, die ungarischsprachige katholische Mission, der Verein Nordost-Kultur, die Staffelseer und Einzelpersonen für den Saal. Dies alles hat der Bogenhauser Bezirksausschuss nun dem Kulturreferat mitgeteilt und einen Bürgersaal für 400 Personen gefordert. Gabriele Mühlthaler

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